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Der Norden Nicht mehr schwere Verbrechen durch Flüchtlinge
Nachrichten Der Norden Nicht mehr schwere Verbrechen durch Flüchtlinge
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10:49 27.10.2015
"Hysterie ist unberechtigt": Es gibt nicht mehr schwere Delikte durch Flüchtlinge. Quelle: dpa/Symbolbild
Hannover

Der von einigen Menschen befürchtete starke Anstieg schwerer Straftaten rund um niedersächsische Flüchtlingsheime bleibt bislang aus. Allerdings nehmen Ladendiebstähle mancherorts zu, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Auch gibt es Polizeieinsätze wegen gewalttätiger Streitigkeiten innerhalb der Unterkünfte. Flächendeckende Zahlen gibt es bislang aber nicht.

Mehr Diebstähle – aber eben auch mehr Menschen

Wie das niedersächsische Innenministerium mitteilte, hat die Zahl der Diebstähle, bei denen Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtungen in BramscheFriedland und Braunschweig verdächtigt wurden, im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen. Das gehe aus einer ersten Erhebung für den Zeitraum zwischen Jahresbeginn und dem 15. September hervor. Allerdings gebe es schlichtweg auch mehr Flüchtlinge, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Es gebe keine "objektiv messbare, stärkere individuelle Kriminalitätsbelastung". Bei der Erhebung wurden nur Delikte außerhalb der Einrichtungen gezählt.

Polizei Hannover: Kein Anstieg von Straftaten

Die Polizei in Hannover stellt keinen signifikanten Anstieg von Straftaten im Zusammenhang mit Flüchtlingsunterkünften fest. Ladendiebstähle würden aber zunehmen. Eine Sprecherin der Edeka-Regionalgesellschaft Minden-Hannover teilte wiederum mit, es werde in den Supermärkten nicht mehr gestohlen als sonst. "Auch nicht im Zusammenhang mit Flüchtlingen."

Spezielle Polizei-Einheiten gegründet

An einigen Orten hat die Polizei spezielle Einheiten eingerichtet. So gibt es in Bramsche eine Art Fachkommissariat. Es beschäftigt sich mit Delikten um und in der dortigen Erstaufnahmeeinrichtung. Laden- und Fahrraddiebstähle sowie Körperverletzungen - insbesondere innerhalb der Einrichtung - hätten merklich zugenommen, sagte ein Polizeisprecher in Osnabrück. Allerdings sei das auch mit der gestiegenen Personenzahl zu erklären. Auch in der Erstaufnahmebehörde Friedland gibt es nach Angaben der Polizei Göttingen ein Fachkommissariat.

Angespannter scheint die Lage in Braunschweig zu sein. In der dortigen Erstaufnahmeeinrichtung leben momentan rund 3250 Flüchtlinge. Die Polizei hatte einen "bemerkenswerten Anstieg" von Straftaten verzeichnet, bei denen Asylbewerber unter Tatverdacht standen, wie ein Sprecher sagte. Als Antwort wurde im August eine Sonderkommission gebildet.

Polizei widerspricht Gerücht um Vergewaltigung

Ist die Sorge von Anwohnern also berechtigt? "Man muss mit Sicherheit keine Angst haben und Hysterie ist sowieso unberechtigt", sagte der Chef der Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen, Dietmar Schilff. Er warnte davor, mit Gerüchten Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Das sorge nicht für eine Versachlichung des Themas. So kursierte nach Angaben der Polizei Hannover in sozialen Netzwerken die unwahre Mutmaßung, dass in einem Flüchtlingsheim eine Reinigungskraft vergewaltigt und ermordet worden sei.

Innenminister will flächendeckende Zahlen präsentieren

Angesichts der unklaren Faktenlage und der vielen Gerüchte lässt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) derzeit ein bundesweites Polizei-Lagebild zur Kriminalität unter Flüchtlingen erstellen. Dies soll belastbare Zahlen liefern, die bislang fehlen. Wann genau das Lagebild vorliegen wird, ist aber noch unklar.

dpa

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