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Der Norden Niedersachsens Wälder werden bunter
Nachrichten Der Norden Niedersachsens Wälder werden bunter
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02:15 11.10.2014
Foto: Vorrang für Laubbäume: Buchendwälder in Niedersachsen.
Vorrang für Laubbäume: Buchendwälder in Niedersachsen. Quelle: dpa
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Hannover

Niedersachsens Wälder werden bunter, der Anteil an Nadelbäumen geht langsam zurück, der Anteil von Laubbäumen wächst. Dies ist ein Ergebnis der Bundeswaldinventur, die alle zehn Jahre durchgeführt wird – es handelt sich dabei um eine grundlegende Bestandsaufnahme zu der Frage, wie es um den Wald in Deutschland bestellt ist. Landwirtschaftsminister Christian Meyer stellte die Untersuchung gestern in Hannover vor.

„Niedersachsens Wald wird immer klimafreundlicher und ökologischer. Und im Unterschied zu vielen anderen Regionen der Erde ist unsere Waldfläche mit 1,2 Millionen Hektar stabil geblieben“, sagte Meyer. Niedersachsen rangiere damit in  Deutschland auf Platz drei, hinter den waldreichen Ländern Bayern und Baden-Württemberg.

Brombeere und Brennnessel sorgen für Bedenken

Den Hauptanteil des niedersächsischen Waldes stellen mit 53 Prozent immer noch die Nadelbäume – im einzelnen sind das Kiefer (mit 29 Prozent), Fichte (17 Prozent), Lärche (5 Prozent) und Douglasie (2 Prozent). Die umweltfreundlicheren Laubbäume ziehen jedoch langsam nach; ihr Anteil macht inzwischen 47 Prozent aus.  Birke, Buche und Eiche sind stark im Kommen. Zum Rückgang der Nadelbaum-Monokulturen, insbesondere der Kiefer, hätten nicht nur Naturereignisse wie der Orkan Kyrill im Jahr 2007 oder die Borkenkäferplagen geführt, sondern auch eine ungebremst hohe wirtschaftliche Nachfrage nach Nadelhölzern.

Diese Entwicklung ist Landwirtschaftsminister Meyer recht, denn Laubbäume gelten als bessere Sauerstofflieferanten. Meyer will deshalb zusätzliche Anreize schaffen, damit private Waldbesitzer Buchen statt Kiefern pflanzen. „Unsere Förderung wird ökologisiert“, sagte er. So sollen vom kommenden Jahr an Waldbesitzer die volle Förderung erhalten, wenn sie heimische Laubbäume anpflanzen, aber nur die Hälfte, wenn sie sich für heimische Nadelbäume entscheiden. Waldbesitzer, die außereuropäische Nadelhölzer anpflanzen, sollen hingegen leer ausgehen.

Als bedenklich wertete der Minister die Zunahme der Stickstoffanzeiger Brombeere und Brennnessel als Konkurrenz für kleine Bäume. Auch die Tatsache, dass 4,5 Prozent der niedersächsischen Wälder (50 000 Hektar) eingezäunt sind, problematisierte Meyer. Der Inventurbericht bescheinigt allen Waldbesitzern eine nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Areale: Sie ernten pro Hektar Wald rund acht Kubikmeter Holz – und damit 2,5 Kubikmeter weniger als nachwächst. Bisher steht auf einem Viertel der Landesfläche Wald. 707 000 Hektar (59 Prozent) sind in Privatbesitz, 336 000 Hektar (28 Prozent) werden von den Landesforsten bewirtschaftet. 107 000 Hektar gehören Körperschaften.

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