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Der Norden Nun gerät AWD ins Blickfeld
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09:12 04.03.2014
Von Klaus Wallbaum
Kontakt mit Glaeseker: Bela Anda, einstiger AWD-Sprecher. Quelle: Jochen Lübke
Hannover

Im Korruptionsprozess zum „Nord-Süd-Dialog“ haben die beiden Angeklagten Olaf Glaeseker und Manfred Schmidt viele gute Tage erlebt. Der am Montag zählt nicht dazu.Das Landgericht Hannover will die Frage klären, ob Glaesker als Regierungssprecher und Staatssekretär nur deshalb für die drei Promi-Partys namens „Nord-Süd-Dialog“ geworben hat, weil er später vom Veranstalter Manfred Schmidt dafür mit kostenlosen Urlaubsaufenthalten belohnt werden wollte.

Glaeseker widerspricht: Er habe nur im üblichen Umfang für die Veranstaltung geworben, weil sie im Interesse des Ministerpräsidenten Christian Wulff gelegen habe. So habe man es auch in Baden-Württemberg getan. Er habe weder Druck auf Sponsoren ausgeübt noch versucht, die Summen hochzutreiben.

Aus zwei Zeugenaussagen aber schälen sich Widersprüche heraus. So wollte der Finanzdienstleister AWD für den „Nord-Süd-Dialog“ 2008 in Stuttgart zunächst nur 35 000 Euro geben und nicht 50 000 wie ein Jahr zuvor in Hannover. Das berichtete der damalige AWD-Sprecher Bela Anda als Zeuge, zuvor Gerhard Schröders Regierungssprecher. Aus E-Mails geht nun hervor, dass Glaeseker an Schmidt meldete, der damalige AWD-Chef Carsten Maschmeyer habe doch 50 000 Euro zugesagt. Ist das nun ein Hinweis darauf, dass Glaeseker doch hinter den Kulissen die Sponsorenbeiträge hochgeschraubt hat? Glaesekers Anwalt Guido Frings widerspricht und fordert, Maschmeyer als Zeugen zu hören. Dann werde klar, dass Glaeseker seine Informationen direkt von Wulff bezogen habe - denn dieser habe vorher mit Maschmeyer darüber geredet.

Auch der Beitrag der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zum „Nord-Süd-Dialog“ 2009 hinterlässt Fragen. MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg sagte als Zeuge, man habe Studenten als Servicekräfte für die Veranstaltung bereitstellen wollen - allerdings nicht unentgeltlich. Als Glaeseker später intern erklärte, die MHH übernehme die Kosten, habe die MHH-Führung nicht widersprochen. „Für mich war es die Anfrage eines Staatssekretärs der Staatskanzlei an eine nachgeordnete Behörde, ob wir eine Veranstaltung unterstützen - und dazu waren wir natürlich bereit“, sagte Tecklenburg.

Er habe die „Nord-Süd-Dialoge“ sowieso als Landesveranstaltungen, nicht als solche des Eventmanagers Manfred Schmidt verstanden. Tecklenburgs Darstellung weicht von anderen ab, wonach es die MHH gewesen sei, die von sich aus einen Sponsorenbeitrag für die Party 2009 angeboten habe.

Auch ein früherer Manager von Schmidt, der im Unfrieden gegangen war, sagte als Zeuge aus. Er betonte, Glaeseker sei als Ansprechpartner für Firmen „der beste Vertreter“ gewesen - weil er dabei so erfolgreich war.

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