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Der Norden Parteien formieren sich für die Landtagswahl
Nachrichten Der Norden Parteien formieren sich für die Landtagswahl
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06:15 04.04.2012
Von Klaus Wallbaum
Schreiten selten Seit’ an Seit’: Ministerpräsident David McAllister (links) und sein Herausforderer Stephan Weil. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Hannover. Erst im Herbst fallen die Würfel, aber das Gerangel hat hier und da schon begonnen. Wer hinter den Spitzenkandidaten David McAllister (CDU) und Stephan Weil (SPD) in beiden großen Parteien nach vorn marschiert oder nach vorn geschoben wird, zeigt sich erst nach den Sommerferien. Bei FDP und Grünen sind die Führungsfragen noch völlig ungeklärt. Allmählich aber formieren sich die Kräfte, bis zur Landtagswahl sind nicht einmal mehr zehn Monate Zeit.

Die CDU wird ihren Wahlkampf stark auf Ministerpräsident McAllister zuschneiden, er ist das Zugpferd der Partei. Einige Führungsfiguren der Union hören auf, dazu zählen Finanzminister Hartmut Möllring und Landtagspräsident Hermann Dinkla. In der Ministerriege ragen drei Personen hervor - Uwe Schünemann (Inneres), Bernd Althusmann (Kultus) und Bernd Busemann (Justiz). Falls die CDU in der nächsten Wahlperiode Regierungspartei bliebe, könnte Althusmann das Finanzressort leiten, Busemann käme als Parlamentspräsident in Betracht. Wenn die CDU von der Macht verdrängt würde, könnten Althusmann oder Schünemann Oppositionsführer werden. Bei Schünemann ist immer wieder auch über einen Wechsel in den Bundestag spekuliert worden. Das gilt aber als unwahrscheinlich, denn er müsste dann vor der Landtagswahl seinen Abschied aus der Landespolitik verkünden.

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SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil hat das Problem, dass in der SPD-Landtagsfraktion kaum ministrable Personen agieren. Der profilierteste Abgeordnete ist sein damaliger Gegenkandidat Olaf Lies. Zu den SPD-Politikern im Landtag, die in den vergangenen Monaten hin und wieder durch kluge Redebeiträge aufgefallen sind, zählen Marcus Bosse aus Wolfenbüttel, Grant Hendrik Tonne aus Nienburg, Daniela Behrens aus Cuxhaven und Johanne Modder aus Leer. Weil zögert noch, Kandidaten für sein Team zu benennen. Womöglich stützt er sich dabei auch auf erfahrene Kommunalpolitiker - etwa die Landräte Bernhard Reuter aus Göttingen, Sven Ambrosy aus Friesland oder die Oberbürgermeister Dirk Mende aus Celle, Boris Pistorius aus Osnabrück oder Ulrich Mädge aus Lüneburg.

Die FDP hat noch nicht über ihre Spitzenkandidatur entschieden, aber von einem ernsten Wettstreit der Minister Stefan Birkner (Umwelt) und Jörg Bode (Wirtschaft) ist kaum auszugehen. Beide werden, womöglich gemeinsam mit FDP-Fraktionschef Christian Dürr, für den Wahlkampf in einem Team antreten. Die Grünen entscheiden Ende Juni über ihre Landesliste zur Landtagswahl, und die spannende Frage wird hier sein, ob Fraktionschef Stefan Wenzel als alleiniger Spitzenkandidat nominiert wird. Bisher sieht es nicht so aus, denn traditionell hat bei den Grünen eine Frau den ersten Platz auf der Liste. Die Landesvorsitzende Anja Piel hat ihr Interesse daran bereits bekundet, und bisher hat ihr das auch noch niemand streitig machen wollen. Es sind aber auch noch drei Monate Zeit bis zu der Entscheidung.

Bei den Linken sieht derzeit wenig nach großen personellen Veränderungen bei der Aufstellung vor der Landtagswahl aus, während die Piratenpartei, die nach Umfragen auch Chancen auf den Einzug ins Parlament haben dürfte, völlig konfus wirkt: Bisher haben 15 Männer und eine Frau Interesse signalisiert, Spitzenkandidat auf der Landesliste zu werden.