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Der Norden Polizei beendet Geiselnahme in Bank
Nachrichten Der Norden Polizei beendet Geiselnahme in Bank
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22:15 07.03.2012
Foto: Ein Räuber hat am Mittwoch die Hauptstelle der Volksbank Hildesheim überfallen.
Ein Räuber hat am Mittwoch die Hauptstelle der Volksbank Hildesheim überfallen. Quelle: Christian Elsner
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Hildesheim

Der Räuber betrat um 11.50 Uhr die Bank, unauffällig, unmaskiert, wie schon so oft zuvor. Doch am Mittwoch ging der 46-jährige Volksbank-Kunde plötzlich auf einen 32-jährigen Mitarbeiter der Bank los. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft legte er seinem überrumpelten Gegenüber ein Tuch fast wie eine Leine um den Hals, griff fest zu. In der anderen Hand hatte der Mann ein Messer mit einer 30 Zentimeter langen, glatten Klinge. Diese Waffe hielt er dem Bankangestellten an die Kehle und bugsierte ihn an Kunden und Bankpersonal vorbei zum Kassenbereich. Er wolle Geld, forderte der Räuber.

Dass zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere stille Alarme ausgelöst worden waren und Mitarbeiter der Volksbank per Telefon die Polizei über die Geiselnahme informierten, bekam der Täter nicht mit. Er ließ sich allerdings auch nicht beirren. Berater, die ihn als Kunden kannten, versuchten ihn zu beschwichtigen - alles ohne Erfolg.

Ein 46-Jähriger hat am Mittwoch die Volksbank in Hildesheim überfallen und einen Bankangestellten mit einem Messer bedroht.

In der nahen Bahnhofsallee brachte sich zu diesem Zeitpunkt die Berufsfeuerwehr in Position. Einsatzleiter Holger Wolpers ließ Rettungswagen und Notärzte vorfahren, aus Sicherheitsgründe aber außerhalb der Sicht- und Schussweite des Geiselnehmers.

Der hatte sich in der Zwischenzeit den Weg zur Sofortkasse freigepresst und Geld an sich genommen. Wie viel, stehe noch nicht fest, teilte die Polizei später mit. Bei alledem soll der Räuber aber fortwährend den 32-jährigen Bankmitarbeiter bedroht haben.

Das änderte sich, als zwei Beamte der Tatortgruppe vorfuhren und durch die Schiebetür in die Kundenhalle gingen. Die Kommissarin und der Oberkommissar trugen zivile Kleidung, und sie gaben sich auch nicht als Polizisten zu erkennen. Offenbar trafen sie im Gespräch mit dem Geiselnehmer jedoch den richtigen Ton. Informationen der Redaktion zufolge sollen sie ihm eindringlich ins Gewissen geredet und seine Lage klargemacht haben. "Was kann der arme Mann dafür?" Und "das hat doch sowieso keinen Zweck!" - Sätze wie diese zeigten Wirkung, und der Hildesheimer gab auf - nicht einmal 15 Minuten, nachdem er die Bank betreten hatte. Die Polizisten nahmen ihn mit zur Wache an der Schützenwiese.

Ob er in Untersuchungshaft oder ins Ameos-Klinikum kommt, soll sich am heutigen Donnerstag herausstellen. Laut Staatsanwaltschaft ist der 46-Jährige in der Vergangenheit wegen Betruges aufgefallen. Er soll sich in psychiatrischer Behandlung befunden haben. Angeblich hatte er am Vormittag vor dem Überfall bereits bei seinem Nervenarzt die Beherrschung verloren.

Der Bankangestellte blieb äußerlich unverletzt, die Würge-Attacke verursachte bei ihm allerdings Schluckbeschwerden. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Um seine teils geschockten Kollegen kümmerten sich für derlei Fälle geschulte Experten der Volksbank. Die Bank selbst war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Vorstand Michael Siegers steuerte zwar um kurz nach 12 Uhr zu Fuß aus Richtung Innenstadt auf den Haupteingang zu, drehte aber ab, als er Medienvertreter vor der Bank erkannte. Lieber überquerte er 30 Meter neben dem Überweg die vier Fahrspuren des Kennedydamms und betrat die Hauptstelle durch einen Nebeneingang. Für Kunden blieb die Bank geschlossen.

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