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Der Norden Polizei rückt täglich zu Unterkünften aus
Nachrichten Der Norden Polizei rückt täglich zu Unterkünften aus
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00:21 22.11.2015
Die Lage in den Flüchtlingsunterkünften ist angespannt. Quelle: dpa (Archiv)
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Hannover

Nach Angaben des Landeskriminalamts vergeht derzeit kein Tag, an dem es nicht in mindestens einer Unterkunft zu einem größeren Einsatz für die Beamten im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise kommt. So registrierte die Behörde beispielsweise in der Zeit vom 7. bis 12. November insgesamt zehn größere Polizeieinsätze in Flüchtlingsunterkünften des Landes. In einem Notquartier im Peiner Gewerbegebiet gingen 15 Georgier auf mehrere Sudanesen los, um den afrikanischen Flüchtlingen die Handys abzunehmen.

Im Erstaufnahmelager in Friedland stellten die Beamten zahlreiche Gegenstände sicher, die Betreuer unter Büschen entdeckt hatten und die mutmaßlich als Waffen dienen sollten, darunter Eisenrohre, Stuhlbeine, scharfkantige Steine. In der Flüchtlingsunterkunft in Stade, musste die Polizei einen Streit zwischen einem Afghanen und drei Syrern schlichten - anschließend wurden die Beamten selbst Ziel eines Angriffs. 20 bis 30 Syrer rotteten sich zusammen, um auf die Polizei los zu gehen, nur durch das Engagement einiger arabischer Übersetzer lässt sich die Lage wieder beruhigen.

30 Beamte in Bereitschaft

Wegen der angespannten Lage in den Unterkünften hält sich in Hannover, wie aus Gewerkschaftskreisen zu erfahren war, stets ein Zug einer Hundertschaft, bestehend aus 30 Beamten in Bereitschaft, falls es in Niedersachsen zu Übergriffen unter Flüchtlingen kommen sollte. Zudem steht ein zweiter Zug in Bereitschaft, der offiziell zu allen Einsätzen hinzu gezogen werden kann, de facto aber ausschließlich für die Sicherheit in der Flüchtlingsunterkunft in Bad Fallingbostel sorgen soll. In Hannover mussten diese beiden Einheiten noch nicht eingesetzt werden. In der Landeshauptstadt sind stets genügen Einsatzkräfte im Streifendienst, die auf Übergriffe in Flüchtlingsheimen schnell reagieren können.

ran/tm