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Der Norden Polizei überführt Trauerfeier-Einbrecher
Nachrichten Der Norden Polizei überführt Trauerfeier-Einbrecher
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14:45 21.02.2012
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Hannover

Die Einbrecher folgten stets demselben Muster, berichtet die Polizei: In Häuser von Personen, die sich auf einer Trauerfeier befanden, wurde eingebrochen. Seit Dezember 2011 hat die Kriminalpolizei Hannover in dieser Einbruchserie gegen osteuropäische Tatverdächtige ermittelt. Am vergangenen Donnerstag nahm ein mobiles Einsatzkommando einen 46-jährigen Haupttäter in Schleswig-Holstein fest.

Zur Vorbereitung der Einbrüche war der 46-Jährige – teilweise mit seinem 27-jährigen Sohn und weiteren Mittätern – nach Deutschland eingereist und lieh sich Fahrzeuge bei unterschiedlichen Autovermietungen. Außerdem wertete er im Internet Traueranzeigen aus, um während Beerdigungen in die Häuser von Hinterbliebenen einzubrechen. Die Ermittlungen ergaben, dass die Täter ihre Fahrzeuge in Tatortnähe abstellten und das Haus observierten. Zudem riefen sie an, um sicherzugehen, dass niemand daheim ist. Während der Trauerfeier stiegen die Täter in die Häuser ein und stahlen Wertgegenstände – in der Regel Geld oder Schmuck.

Elf Einbrüche in Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Am 16. November 2011 kontrollierten Beamte der Polizeiinspektion Mitte an der Scholvinstraße zwei mutmaßliche Wohnungseinbrecher. Nachdem Diebesgut in einem von ihnen genutzten Leihwagen gefunden wurde, nahm die Polizei den 27-jährigen Sohn des Haupttäters und einen 25-jährigen Komplizen fest. Das Diebesgut stammte aus einem Einbruch in ein Wohnhaus an der Straße Im Eichengrund in Laatzen.

Etwa zwei Wochen später, am 1. Dezember 2011 gegen 14 Uhr, versuchten Unbekannte an der Rembrandtstraße in Isernhagen in ein Einfamilienhaus einzubrechen. Sie scheiterten allerdings an den Sicherheitsvorkehrungen. Die Familie des 66-jährigen Hauseigentümers befand sich zur Tatzeit auf einer Trauerfeier. Die Kriminalpolizei Hannover nahm aufgrund der Tatzusammenhänge Ermittlungen auf und deckte Parallelen zu weiteren Einbrüchen im überregionalen Raum auf.

Die Polizei fand heraus, dass der Täter am 15. Februar wieder nach Deutschland einreiste. Diesmal alleine. Auch in diesem Fall mietete der Mann sich in Greifswald ein Fahrzeug und brach noch am gleichen Tag in ein Haus in Hollen bei Bremerhaven ein, das während einer Beerdigung leer stand.

Am vergangenen Donnerstag löste der mutmaßliche Täter bei dem Versuch ein Wohnhaus in Hohenwestedt in Schleswig-Holstein aufzubrechen die Alarmanlage aus und flüchtete. Wenig später gelang ihm eine weitere Tat in Behrendorf. Im Anschluss konnten ihn aber Beamte eines mobilen Einsatzkommandos aus Kiel an der Raststätte „Hüttener Berge” festnehmen.

Die Polizei wirft dem 46-Jährigen insgesamt elf Einbrüche in Niedersachsen und Schleswig-Holstein vor. Freitag erließ ein Richter in Hannover Untersuchungshaftbefehl. Sein Sohn befindet sich derzeit nicht in Deutschland. Ermittlungen zu  weiteren teils noch unbekannten Mittätern dauern an.

amö

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