Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Derby-Krawalle kosten das Land Millionen
Nachrichten Der Norden Derby-Krawalle kosten das Land Millionen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 16.10.2014
Von Karl Doeleke
Der Profifußball hat die Polizei in der vergangenen Saison so stark beschäftigt wie lange nicht. Quelle: dpa (Symbolfoto / Archiv)
Hannover

Die Spiele im Oberhaus haben das Land acht Millionen Euro gekostet. Das geht aus Zahlen der Landesinformationsstelle Sporteinsätze (LIS) hervor, die sich wiederum aus der am vergangenen Freitag präsentierten bundesweiten Jahresbilanz der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze ableiten.

Der Leiter der LIS im Innenministerium in Hannover, Matthias Mendel, spricht von einem „sehr gravierenden Anstieg“ im Vergleich zur Vorsaison. In der Spielzeit 2012/2013 mussten niedersächsische Polizeibeamte etwa 75.000 Einsatzstunden zum Schutz von Fußballspielen leisten – und zwar in der 1. und in der 2. Liga zusammen.

Dass Mendel für die vergangene Saison nur auf die 1. Bundesliga schaut und im Jahr davor das Unterhaus mit betrachtet, hat einen Grund: den Aufstieg von Eintracht Braunschweig in die 1. Liga. Dadurch gab es vier zusätzliche „Niedersachsenderbys“ gegen den VfL Wolfsburg und gegen Hannover 96 – mit einem erhöhten Risikopotenzial, wie allein die Partien zwischen Hannover und Braunschweig gezeigt haben. Außerdem gab es in der Saison 2013/2014 keinen niedersächsischen Zweitligisten.

Allein bei beiden Spielen zwischen 96 und Braunschweig 54.000 Einsatz-Stunden

„Die vergangene Saison war geprägt von einem dritten niedersächsischen Verein in der 1. Liga“, sagt Mendel. Allein bei den beiden Spielen zwischen 96 und Braunschweig waren Polizeibeamte rechnerisch knapp 54.000 Stunden im Einsatz. Für die Partien zwischen Wolfsburg und Braunschweig kamen noch einmal 8000 Stunden hinzu – normal sind laut Mendel 1400 Stunden pro Spiel. Die Zahl der Verletzten (Fans und Beamte) schnellte von 77 auf 123 in die Höhe. Die Anzahl der Ermittlungsverfahren wegen Abbrennen von Pyrotechnik stieg von 20 auf 254. Davon wurden 242 Verfahren nach Spielen in Hannover eingeleitet. Ein Grund dafür ist laut Mendel die bessere Videotechnik in Stadien – die Zündler sind besser erkennbar.

Die Lage für Hannover 96 wird immer prekärer: 0:3 verliert das Team von Trainer Tayfun Korkut das Derby gegen Eintracht Braunschweig.

Die beiden Polizeigewerkschaften GdP und DPolG kritisieren vor allem die hohe Belastung der Beamten. „Die Kollegen kommen aus den Einsatzstiefel kaum raus“, sagt der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff. Sein Kollege Thomas Kliewer von der DPolG sieht es ähnlich: „Ein Drittel der Einsatzstunden der Bereitschaftspolizei geht nur für den Fußball drauf.“ Kliewer plädiert dafür, dass die Polizei im Stadion nicht mehr präsent sein soll. Stattdessen sollten besser ausgebildete Ordner in den Arenen für Sicherheit sorgen. Die Polizei könne gerufen werden, „wenn etwas passiert ist“. Schilff fordert Vereinsführungen und Mannschaften auf, „deutlicher klar zu machen, dass sie Gewalttäter nicht im Stadion haben wollen“.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Niedersachsen Muslimischer Anstaltsseelsorger - Aldin Kusur geht ins Gefängnis

Allah, sagt Aldin Kusur, vergibt auch den Menschen, die im Gefängnis gelandet sind – „wenn sie mit ihren schlechten Taten aufhören und sie bereuen“. Diese Botschaft will der Imam der Bosnischen Gemeinde in Zukunft in die Justizvollzugsanstalt Hannover an der Schulenburger Landstraße tragen.

Karl Doeleke 13.10.2014

Das größte bislang in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff, die „Quantum of the Seas“, soll nach seiner am Montag begonnenen nautischen See-Erprobung voraussichtlich am Sonntag, den 19. Oktober nach Hamburg kommen.

13.10.2014

Auf dem Autobahnparkplatz Hedemünden (Kreis Göttingen) an der A7 haben zwei betrunkene Lastwagenfahrer randaliert und zwei Polizisten attackiert. Einer der Beamten wurde so schwer verletzt, dass dienstunfähig ist.

13.10.2014