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Der Norden Riss in Hochspannungsleitung sorgt für Streit
Nachrichten Der Norden Riss in Hochspannungsleitung sorgt für Streit
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07:45 16.01.2014
Von Karl Doeleke
Die Strommasten stehen nahe an den Häusern – für viele Bewohner zu nahe. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Wiesmoor

250 Bürger sind am Dienstagabend in der Kleinstadt im Kreis Aurich mit der Forderung auf die Straße gegangen, der Netzbetreiber e.on solle die bestehenden Hochspannungsleitungen gegen Kabel unter der Erde austauschen. Die Kabel über den Köpfen der Wiesmoorer sollen weichen, findet auch Bürgermeister Alfred Meyer (SPD): „Hochspannungsleitungen gehören nicht mehr in Siedlungsgebiete.“

Der Streit über die Hochspannungsleitungen in Wiesmoor schwelt schon lange. Mitten im Zentrum der 12 000-Einwohner-Gemeinde befindet sich ein Umspannwerk, zwei Stromtrassen kommen hier zusammen. Die Kabel der Hochspannungsleitungen hängen über den Häusern der Einwohner. Die Stadt gibt es überhaupt nur, weil dort zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Torfkraftwerk gebaut wurde. Der Ort ist um das Kraftwerk gewachsen. Und doch stören die Trassen die Wiesmoorer inzwischen.

In der vergangenen Woche hat der Streit noch einmal zusätzlich an Spannung gewonnen. Am 9. Dezember war eines der Hochspannungskabel gerissen und das Ende in den Garten einer Familie gefallen. „Nur mit großem Glück“, sagt Meyer, „ist uns eine größere Katastrophe erspart geblieben“. Der Familie, der das Haus gehört, ist nichts passiert. Nur zufällig spielten die Kinder an dem Tag nicht im Garten.

Wie es sein kann, dass eine der 110-KV-Überlandleitungen gerissen ist, ist noch nicht geklärt. Eine Sprecherin des Netzbetreibers e.on erklärte, ein solcher Kabelbruch sei äußerst selten. Die gerissene Leitung werde derzeit in einem Labor untersucht. Erste Ergebnisse werde es frühestens kommende Woche geben.

Laut der Sprecherin ist e.on auch nicht abgeneigt, die Kabel unter die Erde zu legen - allerdings nur auf Kosten der Gemeinde Wiesmoor. e.on will die Strom-trassen ohnehin sanieren und leistungsfähiger machen - die Windenergie muss von der Küste ins Landesinnere gebracht werden. Die Stadt und der Netzbetreiber streiten derzeit vor Gericht, ob e.on die Kabel unter die Erde legen muss und wer dafür zu bezahlen hat.

Die Kostenübernahme lehnt Meyer kategorisch ab: „Dann wären wir pleite“, sagt der Bürgermeister. Die Erdverkabelung würde drei bis vier Millionen Euro kosten - etwa zehnmal so viel wie die Modernisierung der Hochspannungsleitungen. Die Stadt wäre über Jahre zahlungsunfähig, sagt Meyer und würde unter Zwangsverwaltung gestellt.

Der Bürgermeister macht einen Gegenvorschlag: Er will das Umspannwerk aus dem Zentrum weg an den Stadtrand verlegen. Das würde der Stadt außerdem die Möglichkeit geben, neue Wohngebiete auszuweisen. Bisher verhindern die Hochspannungsleitungen diesen Plan.

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