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Der Norden Rote Flora: Die Polizei geht streichen
Nachrichten Der Norden Rote Flora: Die Polizei geht streichen
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12:49 23.08.2016
Hamburger Polizisten haben in einer nächtlichen Aktion die Bilder von verdeckten Ermittlern an der Roten Flora übermalt. Quelle: dpa
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Hamburg

Die Polizei hat in der Nacht zu Dienstag an dem linksautonomen Kulturzentrum Rote Flora im Hamburger Schanzenviertel ein Plakat mit Bildern von vier enttarnten verdeckten Ermittlern übermalt. Die Beamten machten gegen 5.00 Uhr morgens auf Leitern mit schwarzer Farbe die Gesichter und die Namen ihrer Kollegen sowie das Polizeiwappen unkenntlich. 50 Polizisten - darunter auch Kräfte zur Absicherung - waren an dem 15-minütigen Einsatz beteiligt, wie eine Polizeisprecherin am Dienstag sagte. "Alles verlief störungsfrei." Sie bestätigte damit einen Bericht des "Hamburger Abendblatts".

Das Plakat hing seit Samstagnachmittag an der Hausfassade. Es spielt mit dem Schriftzug "Gefunden" auf eine PR-Kampagne der Polizei an, in der sie mit dem Slogan "Gesucht" um Nachwuchs wirbt. "Wir Betroffenen wollten daran erinnern, dass nichts aufgearbeitet ist", sagte Rotfloristen-Sprecher Andreas Blechschmidt. Zur Übermal-Aktion der Polizei sagte er: "Das nehmen wir sportlich, das haben wir erwartet."

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Strafanzeige gegen Plakatierer gestellt

Nach Angaben der Polizeisprecherin handelte es sich bei dem Plakat mit den Namen und den Konterfeis der vier Beamten um einen Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz - gegen das Recht am eigenen Bild. Es liegen ihren Angaben zufolge Strafanzeigen gegen die Plakatierer vor. "Ob das ein strafrechtlich relevanter Vorgang war, wird jetzt ermittelt."

Rotfloristen-Sprecher Blechschmidt sagte dazu: "Das ist Realsatire, wenn offensichtlich rechtswidriges Verhalten der Polizei straflos bleibt und wir wegen dieses Plakats kriminalisiert werden."

Die vier betroffenen Polizisten - ein Mann und drei Frauen - ermittelten unter falschen Namen jahrelang in der linken Szene Hamburgs und wurden von Recherchegruppen aus dem Umfeld der Roten Flora enttarnt.

dpa/RND

Bärbel Hilbig 23.08.2016
Heiko Randermann 25.08.2016