Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Schiffskollision in Travemünde
Nachrichten Der Norden Schiffskollision in Travemünde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:11 04.05.2012
Im Rumpf der „Urd“ klafft nach der Kollision ein zwei mal drei Meter großes Loch. Quelle: dpa
Anzeige
Travemünde

Am Skandinavienkai in Lübeck-Travemünde sind am Donnerstagabend zwei Schiffe zusammengestoßen. Menschen wurden nicht verletzt. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei hatte die „Nils Holgersson“ bei einem Wendemanöver das dänische Ro-Ro-Schiff „Urd“ gerammt und ein zwei mal drei Meter großes Loch in dessen Rumpf gerissen. Dabei drang Wasser ein, das Schiff bekam leichte Schlagseite. Es sei jedoch gelungen, die beschädigte Sektion des Schiffes abzuschotten und ein Vordringen des Wassers zu verhindern, sagte ein Sprecher der Polizei.

Die 190 Meter lange „Nils Holgersson“ kam mit 63 Passagieren an Bord aus Schweden und wollte am Anleger 6 festmachen. Aus noch unbekannter Ursache sei sie jedoch geradewegs in die 171 Meter lange „Urd“ hineingefahren, die am Anleger 3 festgemacht hatte, sagte der Sprecher. Dabei beschädigte die „Nils Holgersson“ die Bordwand der „Urd“ über und auch unter der Wasserlinie schwer.

Anzeige

Die Passagiere der „Nils Holgersson“ konnten das Schiff am Anleger verlassen. Die „Urd“, die am Abend nach Liepaja in Lettland auslaufen sollte, musste wieder entladen werden. Zur Schadenshöhe und genauen Unfallursache lagen gegen Mitternacht noch keine Angaben vor.

In der Nacht zum Freitag sollten Taucher Stahlplatten auf das Loch in der Bordwand der „Urd“ schweißen, wie der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees, erklärte. „Das wird die ganze Nacht dauern.“ Erst nach dem Verschließen des Lecks könne das Schiff leer gepumpt werden. „Das dürfte im Laufe des morgigen Tages vollendet sein.“ Die Bergung sei mit der Reederei abgestimmt.

Die Feuerwehr war nach Angaben eines Sprechers der Wasserschutzpolizei nach dem Unfall zunächst mit einem Großaufgebot am Unfallort gewesen, um austretendes Öl aufzufangen und die Schiffsbesatzung beim Abpumpen des eingedrungenen Wassers zu unterstützen. Es sei aber so gut wie kein Öl ausgetreten, sagte Monsees. Das Havariekommando hatte im Laufe des Abends die Leitung der Bergung übernommen. 

jhf/dpa

Karl Doeleke 03.05.2012
Klaus Wallbaum 04.05.2012
Der Norden Wahl in Schleswig-Holstein - Spannungsarmes TV-Duell in Kiel
03.05.2012