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Der Norden Skelette von 38 Mönchen entdeckt
Nachrichten Der Norden Skelette von 38 Mönchen entdeckt
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00:15 17.10.2015
Archäologen zeichnen, fotografieren und bergen die Knochen der Bettelmönche. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Mit Pinseln, Spateln und kleinen Kellen ist das Team unter Leitung von Grabungsleiter Frank Wedekind dabei, die Knochen auf dem Hof an der Barfüßerstraße freizulegen, berichtet das "Göttinger Tageblatt".  Die Knochen werden gezeichnet, fotografiert, vermessen, kartiert und schließlich geborgen. 

"Füße nach Osten, Kopf nach Westen mit Blick nach Jerusalem", sagte Wedekind am Dienstag bei der Präsentation der Grabung. Das sei typisch für christliche Begräbnisse. Die Bettelmönche seien ohne Sarg und Grabbeigaben bestattet worden. Bislang haben er und sein Team sieben Lagen Skelette entdeckt.

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Archäologen haben 38 Skelette von Mönchen des mittelalterlichen Franziskanerklosters haben in Göttingen entdeckt.

Überraschend seien die Funde auf dem Gelände des ehemaligen Barfüßerklosters allerdings nicht, sagt Stadtarchäologin Betty Arndt. Wohl aber bieten sie jetzt die Möglichkeit, mehr über die Göttinger Franziskaner-Mönche, die Barfüßer, zu erfahren - mehr über ihre Ernährungsgewohnheiten, ihrem Gesundheitszustand, ihre Krankheiten, ihr Alter, ihre Bestattungskultur. Viel sei darüber, so Arndt, bislang nicht bekannt. Anthropologen der Universität übernehmen diese Untersuchungen. 

Klosterbau begann im Jahr 1268

1268 ist nach Arndts Auskunft mit dem Bau des Klosters begonnen worden. Im Zuge der Reformation seien die Mönche 1533 vertrieben, die Kirche danach bis zu ihrem Abriss 1820 stets zweckentfremdet worden. Erst ab 1820 errichtete Christian Friedrich Andreas Rohns auf dem Gelände das Gebäude, das bis vor wenigen Jahren als Uni-Mensa genutzt worden ist.

Über die Nachnutzung des Areals nach dem Ende des Klosters ist bislang nur wenig bekannt. Auch hier soll die aktuelle Ausgrabung neue Erkenntnisse bringen: Mauerreste aus der Zeit nach dem Kloster haben die Archäologen ebenfalls gefunden.

Gleichzeitig gibt es aber auch Funde, vor allem Scherben, die Aufschlüsse über die Nutzung vor Kirch- und Klosterbau geben können.

Rainer Bolli, Leiter des Uni-Gebäudemanagements, betonte, dass die Grabungen die Sanierung der ehemaligen Mensa nicht verzögern werden, wohl aber den Ausbau des ehemaligen Blue Notes.

Von Michael Brakemeier

14.10.2015