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Der Norden Weil empfängt 28 Produktköniginnen – und einen einzigen König
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Stephan Weil empfängt Niedersachsens Produktköniginnen – und den Kartoffelkönig

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00:18 24.05.2019
Geschenktüte mit Kartoffelseife: Kartoffelkönig Markus Grönke aus Neuenkirchen hat Stephan Weil Präsente mitgebracht. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

 In langen, eleganten Kleidern, mit Schärpen und Kronen, schreiten die Majestäten durch das Gästehaus der Landesregierung. Ministerpräsident Stephan Weil hat die 29 amtierenden Produktköniginnen Niedersachsens am Dienstag zum Empfang eingeladen. Genau genommen sind es 28 Königinnen und ein König. Sie reisen teils mit Prinzessinnen und Hofdamen oder auch den Bürgermeistern ihrer Kommunen an und überreichen Spargel, Äpfel oder Wein. Seit 2013 empfängt Weil jedes Jahr die überwiegend jungen Frauen, die für ein regionales Produkt oder eine Region werben.

Werbeträger für ein regionales Produkt

Der einzige männliche Monarch in Niedersachsen ist der Neuenkirchener Kartoffelkönig Markus Grönke – sofern man davon absieht, dass Mühlenprinz Dennis Harms aus Schortens seine Königin Tomke Ostendorf begleitet. Doch unter den Werbebotschaftern ist der Neuenkirchener Knollenfreund der einzige männliche Vertreter. „Das war zuerst schon ungewohnt, die Gesprächsthemen sind ein bisschen anders bei so vielen Frauen“, sagt Grönke. Schließlich trifft er die Rhododendronprinzessin aus Westerstede, das Friedeburger Burgfräulein und die anderen Majestäten nicht nur beim Empfang des Ministerpräsidenten. „Wir besuchen auch die anderen Feste wie das Spargelfest in Nienburg und waren zusammen zur Grünen Woche in Berlin eingeladen“, erzählt der 20-Jährige.

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Salopper Spruch ist Kartoffelkönig später peinlich

Vor dem Empfang bei Weil war er dann aber doch etwas aufgeregter als bei anderen Veranstaltungen. „Das ist schon etwas anderes bei so einem hochrangigen Politiker“, sagt Grönke. Sein Vorgänger habe dem Ministerpräsidenten im vergangenen Jahr einen selbst genähten Kartoffelsack überreicht – samt saloppem Spruch, dass Weil den leeren Sack ja selbst befüllen könne. „Das war ihm im Nachhinein doch peinlich“, sagt der amtierende Kartoffelkönig. Als er Weil eine Geschenktüte mit Kartoffelschnaps und Kartoffelseife mitbringt, entgegnet dafür der Ministerpräsident: „Kartoffelseife? Wat all jibt.“

Kartoffelkönig in Neuenkirchen: „Ey, warum nicht?“

Grönke ist der zwölfte Kartoffelkönig in Neuenkirchen. Er hatte schon früh große Lust darauf, mit diesem Amt seine Gemeinde zu vertreten. „Die anderen Könige haben erzählt, welche Erfahrungen man sammeln kann, zum Beispiel das Sprechen vor Menschenmengen“, sagt er. Als der Gemeinderat ihn dann auswählte – eine öffentliche Wahl des Kartoffelkönigs soll es erst ab diesem Jahr geben –, da habe er gedacht: „Ey, warum nicht?“

Zumal der 20-Jährige alle Voraussetzungen mitbringt. „Man soll besonders integriert sein in das Dorfleben und einen Bezug zur Landwirtschaft haben“, sagt er. Als ausgebildeter Landmaschinenmechatroniker, der in zwei Schützenvereinen und der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist, war Grönke da ein naheliegender Kandidat. Seit dem Kartoffelfest im vergangenen September vertritt er Neuenkirchen bei Veranstaltungen und Empfängen, etwa 30 bis 40 solcher Termine kommen für den Kartoffelkönig pro Jahr zusammen.

Werbeträger haben 30 bis 40 Termine pro Jahr

Immer öfter sprechen ihn die Jüngeren im Dorf an, weil auch sie einmal Kartoffelkönig werden wollen, erzählt Grönke. „Der Wunsch ist noch nicht so stark verbreitet wie bei den Produktköniginnen, aber auch die Jungs fragen immer mehr nach.“ Für seine künftigen Nachfolger hat er die gleichen Tipps, die ihm auch seine Vorgänger gegeben haben: „Einfach offen und man selbst sein“, sagt Grönke. „Und keine Angst vor den Königinnen haben.“

Die Spargelkönigin aus Nienburg, die Rhododendronprinzessin aus Westerstede und das Friedeburger Burgfräulein: Ministerpräsident Stephan Weil hat am Dienstag 29 niedersächsische Majestäten empfangen.

Von Johanna Stein

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