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Der Norden Sturmtief "Heini" schüttelt Norden durch
Nachrichten Der Norden Sturmtief "Heini" schüttelt Norden durch
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17:52 17.11.2015
Bei kräftigen Schauern oder kurzen Gewittern sind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sogar orkanartige Böen der Stärke 11 mit Windgeschwindigkeiten bis zu 105 km/h möglich. Quelle: dpa/Symbolbild
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Hamburg/Hannover

Das schwere Sturmtief "Heini" hat sich von den Britischen Inseln über Jütland der deutschen Nord- und Ostseeküste genähert. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sollte das Sturmfeld Norddeutschland in der Nacht und am Mittwochvormittag überqueren. Dabei warnten die Meteorologen vor schweren Sturmböen aus westlichen Richtungen. Bei kräftigen Schauern oder kurzen Gewittern seien sogar orkanartige Böen der Stärke 11 mit Windgeschwindigkeiten bis zu 105 km/h möglich, hieß es. Eine Sturmflut wurde nach Vorhersage des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie nicht erwartet.

Die Pegelstände in Hamburg und Cuxhaven werden am Mittwochmorgen unterhalb von 1,50 Meter über dem Mittleren Hochwasser liegen. Erst darüber spricht man von einer Sturmflut. Als Regen macht das Wasser jedoch schon jetzt in Schleswig-Holstein zu schaffen. Ergiebige Schauer der vergangenen Tage haben die Pegelstände von Flüssen und Seen in die Höhe getrieben. Die Bille drohte am Stadtrand von Hamburg in der Nacht zum Dienstag sogar über die Ufer zu treten. Die Grander Mühle bei Kuddewörde im Kreis Herzogtum Lauenburg musste mit Sandsäcken vor der Überflutung bewahrt werden. Auch der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) war vom hohen Wasserstand betroffen. "Pro Sekunde laufen 180 000 Liter zu", sagte Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel. Am Montag und am Dienstag sei der NOK in Brunsbüttel daher während der Tidephase über die beiden großen Schleusen entwässert worden. "Das machen wir nur ungern, denn wenn entwässert wird, kann nicht geschleust werden", sagte Fischer. Normalerweise wird der Kanal über die kleinen Schleusenkammern entwässert. "Wir haben eine angespannte Situation", sagte am Dienstag der Geschäftsführer des Eider-Treene-Verbands, Sven Wollesen. "Die Gewässer sind gut gefüllt, aber noch haben wir keine Sorgenfalten."

Die Bewältigung von Wassermassen ist in Schleswig-Holstein schwierig, weil das Land flach ist. 315 000 Hektar sind sogenanntes Niederungsgebiet, das sich maximal 2,5 Meter über den Meeresspiegel (Normal Null) erhebt. Wegen der niedrigen Höhe und des geringen Gefälles müssen viele Regionen künstlich entwässert werden, erläutert Matthias Reimers vom Marschenverband. Über ein dichtes Netz von Gräben fließt der Regen zu den Flüssen und weiter zum Meer. Am Mittwochnachmittag sollte sich das Wetter kurzzeitig beruhigen, um in der Nacht zum Donnerstag erneut stürmisch aufzufrischen mit zum Teil ergiebigen Regenschauern. Innerhalb von zwölf Stunden könnten bis zu 25 Liter pro Quadratmeter fallen. Besonders an der Nordsee soll es wieder zu schweren Sturmböen kommmen. Die Temperaturen bleiben zunächst mild - 10 bis 16 Grad sind prognostiziert. Erst ab Freitag werde die Quecksilbersäule in den einstelligen Bereich sinken.

dpa/r.

17.11.2015
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