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Der Norden Superkräne erreichen den Superhafen
Nachrichten Der Norden Superkräne erreichen den Superhafen
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19:55 06.03.2012
Von Klaus Wallbaum
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Mächtige Kräne für den neuen Hafen: Jede der vier neuen Containerbrücken, die gestern in Wilhelmshaven angeliefert wurden, wiegt 1750 Tonnen. Weitere zwölf Brücken werden in den kommenden Wochen noch hertransportiert. Quelle: dpa
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Wilhelmshaven

Wilhelmshaven/Hannover. Jedes Großprojekt braucht ein deutlich sichtbares Symbol, und der Jade-Weser-Port, das ehrgeizigste Bauvorhaben in Niedersachsen, hat seit gestern ein solches Gesicht: Nach einer dreimonatigen Schiffstour von Shanghai über das Kap der Guten Hoffnung bis zur Nordsee sind am Dienstag die ersten vier Riesenkräne für den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven eingetroffen. Jede einzelne dieser "Containerbrücken", wie die Anlagen im Fachjargon heißen, ragt 80 Meter in die Höhe. Mit ihnen kann der Hafenbetreiber Eurogate später Frachtschiffe entladen, auf denen bis zu 25 Container in einer Reihe stehen. Zeitgleich können später, wenn 16 dieser Krananlagen stehen, vier Riesenschiffe in Wilhelmshaven abgefertigt werden.

Während für die neuen Kräne der Begriff "Superlativ" keine Übertreibung ist, löst die Hafenplanung bei den Politikern weiter Stirnrunzeln aus. Gestern errang eine Reedereigesellschaft vor dem Oberlandesgericht Oldenburg einen Teilerfolg gegen die niedersächsisch-bremische Jade-Weser-Port-Gesellschaft (JWP). Die JWP will von jedem Schlepper, der ein Riesen-Containerschiff bis zur Kaimauer in Wilhelmshaven bringt, eine Konzessionsgebühr von 250 Euro verlangen. Dies verstoße gegen die im Grundgesetz verbriefte Berufsfreiheit, argumentierte das Unternehmen. Nach einer ersten vorläufigen Prüfung entschieden die OLG-Richter, eine Rechtsgrundlage für die Erhebung der Gebühr sei "nicht ersichtlich". Damit droht die JWP nun bei einem weiteren Verfahren zu verlieren - und auf die kalkulierten Einnahmen aus der Konzessionsgebühr verzichten zu müssen. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Enno Hagenah sieht darin ein "ernstes Problem": "Das Finanzierungskonzept für den Hafen steht auf wackligen Beinen." Man habe schon die Hafengebühren gesenkt, um den Jade-Weser-Port attraktiv zu machen. Nun drohten weitere Ausfälle. "Es dürfte mehr als acht Jahre dauern, bis der Hafen schwarze Zahlen schreibt", meint Hagenah. Der Grünen-Politiker befürchtet auch, man könne womöglich den Starttermin 5. August - trotz gegenteiliger Beteuerungen von Wirtschaftsminister Jörg Bode - nicht halten. Noch bleibe nämlich unklar, ob zu den 55 Löchern in der Spundwand nicht noch weitere hinzukämen. Offen sei auch, wie rasch die Reparatur vonstatten gehen kann. JWP-Geschäftsführer Axel Kluth sieht keine Probleme: Der 5. August sei zu halten, und der Rechtsstreit bringe den Hafen auch nicht ins Wanken - die kalkulierten Einnahmen aus Schlepper-Konzessionen blieben unterhalb einer Summe von einer Million Euro. "Das ist kein großes Thema", betont Kluth.

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