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Der Norden „Totschlagfalle“ sorgt für Entsetzen
Nachrichten Der Norden „Totschlagfalle“ sorgt für Entsetzen
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11:52 19.02.2015
Sollte offenbar gezielt getötet werden: Ein Wolf in Niedersachsen. Quelle: dpa
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Hannover

Für Empörung beim Naturschutzbund Nabu sorgte am Mittwoch eine Totschlagfalle, die bereits am Montag bei Lamstedt im Landkreis Cuxhaven gefunden wurde. Nach Aussage des Jägers und Wolf-Experten Markus Bathen lassen Fundort, Größe der Falle und das Auslegen von Innereien als Köder „den begründeten Verdacht“ zu, dass ein Wolf getötet werden sollte. Das etwa 50 Zentimeter große Eiabzugseisen sei im Naturschutzgebiet Langenmoor im Gras versteckt gewesen. Dass die Falle wirklich groß genug ist, um einen Wolf zu töten, konnte gestern von offizieller Seite nicht bestätigt werden. Die Jagdbehörde des Kreises Cuxhaven prüft dies nun. Die Polizei erklärte, bislang liege lediglich ein Verstoß gegen Unfallverhütungsmaßnahmen vor.

FDP will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen

Wie geht man mit den Sorgen und Befürchtungen der Menschen beim Thema Wolf um? Die Fraktionen im Landtag stritten am Mittwoch lautstark über das Thema. Während CDU und FDP eine schnellere Entschädigung von Tierhaltern forderten, warfen SPD und Grüne den Oppositionsfraktionen Populismus vor.

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„Die Menschen machen sich berechtigte Sorgen“, sagte Ernst-Ingolf Angermann (CDU). In den vergangenen Wochen hätte sich mehrfach gezeigt, dass die Wölfe mitnichten scheu seien, sondern sich immer wieder an Menschen heranwagen würden. Über 70 Wolfsrisse von Nutztieren habe es schon gegeben, sagte Gero Hocker (FDP). Er forderte, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, und fügte hinzu: „Das heißt nicht, dass jeder Wolf auf Kimme und Korn genommen wird.“

Abschüsse von besonders aggressiven Wölfen seien bereits jetzt im Rahmen des Naturschutzes möglich, sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Er nehme die Ängste der Menschen vor dem Wolf sehr ernst, so der Minister. Die Risse „dürfen nicht verharmlost werden, aber wir lassen auch nicht zu, dass sie dramatisiert werden“. Genau diese Absicht habe aber die Opposition, kritisierte Markus Bosse (SPD). „Was Sie hier betreiben, hat mit Populismus zu tun.“

Von Heiko Randermann und Kristian Teetz

18.02.2015
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