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Der Norden Schüler müssen zur gewohnten Stunde ran
Nachrichten Der Norden Schüler müssen zur gewohnten Stunde ran
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11:06 23.05.2014
Trotz WM findet der Unterricht in Niedersachsen regulär statt. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Die meisten Schüler in Niedersachsen können nicht auf einen späteren Unterrichtsbeginn während der Fußball-Weltmeisterschaft hoffen. Für die Schulen wäre der organisatorische Aufwand zu groß, wie eine dpa-Umfrage unter Schulleitern ergab. Die Schulbuspläne müssten den veränderten Zeiten angepasst werden, sagt etwa Stefan Krolle vom Cato Bontjes van Beek-Gymnasium in Achim (Landkreis Verden). Außerdem müssten die ausgefallenen Stunden in den späten Nachmittagsstunden nachgeholt werden. „Wir können den Unterricht nicht erst um 18.00 Uhr beenden.“

Die Möglichkeit für einen späteren Schulstart hätten die Schulleiter allerdings: Schulen in Niedersachsen können im Rahmen ihrer Eigenverantwortlichkeit selbst über den Unterrichtsbeginn entscheiden. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) sieht das aber kritisch. „Es ist mehr als zweifelhaft, ob ein persönlicher Gewinn für einige Schüler den erheblichen Aufwand rechtfertigt“, sagt sie.

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Selbst Schülervertretungen sehen einen späteren Start skeptisch. „Obwohl Fußball Volkssport ist: Bildung steht bei uns an erster Stelle“, so Florian Kolb, Vorstandsmitglied des Landesschülerrats. Außerdem wäre es ausländischen Mitschülern gegenüber ungerecht, wenn möglicherweise nur nach den Spielen mit deutscher Beteiligung länger geschlafen werden dürfte. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht bislang keine Notwendigkeit zu handeln.

Klaus-Peter Hummels von der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lüneburg sagt es noch deutlicher: „Völlig absurd“ findet er einen späteren Schulstart. Brigitte Naber wiederum, Leiterin der IGS Roderbruch in Hannover, will ihren Lehrern zumindest empfehlen, keine Klassenarbeiten am Tag nach einem Halbfinale oder dem Finale zu schreiben - wenn die deutsche Mannschaft bis dahin kommen sollte. Andere Stundenzeiten werde es nicht geben. „Das wäre nicht umsetzbar“, sagt sie. „Eltern bekommen von ihrem Arbeitsplatz auch nicht frei wegen der WM.“

Immerhin ein paar fußballbegeisterte Schüler können sich aber darauf freuen, morgens länger im Bett liegen zu bleiben. An der Hauptschule „An der Klunkau“ in Salzgitter will Leiter Dirk Heinemann an zwei Tagen - nach einem Halbfinale und nach dem Finale - den Unterricht für die knapp 290 Schüler statt um 7.45 Uhr erst um 9.40 Uhr beginnen lassen. Allerdings unter einer Bedingung: Die deutsche Mannschaft muss es bis dahin geschafft haben. „Wir haben nichts davon, wenn die Schüler am nächsten Tag in den Seilen hängen“, sagt Heinemann.

Auch die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie hatten zuletzt Flexibilität signalisiert: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass sich einvernehmlich individuelle Lösungen finden werden“, sagte Metallarbeitgeber-Chef Volker Schmidt zum Thema WM und Arbeitszeiten. Schmidt betonte aber: „Die gesamte Arbeitsplanung kann natürlich nicht an einer Fußball-WM ausgerichtet werden.“

dpa

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