Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Der Norden Umweltminister Birkner steht zu Schacht Konrad
Nachrichten Der Norden Umweltminister Birkner steht zu Schacht Konrad
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:41 07.06.2012
Umweltminister Stefan Birkner will auf einen schnellen Ausbau von Schacht Konrad hinarbeiten. Quelle: dpa
Anzeige
Salzgitter

Der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner hat sich für einen schnellen Ausbau des ehemaligen Erzbergwerks Schacht Konrad in Salzgitter zum atomaren Endlager ausgesprochen. „Wir brauchen ein Endlager, die oberirdischen Zwischenlager quellen über“, sagte der FDP-Politiker am Donnerstag beim Besuch von Schacht Konrad. Das ehemalige Bergwerk ist künftig das einzige atomare Endlager in Deutschland. Von 2019 an sollen dort 303.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver Atommüll untergebracht werden. Die Ausbaukosten zum Endlager werden auf zwei Milliarden Euro beziffert.

Der Atommüll fällt vor allem in Kraftwerken an, aber auch bei der Wiederaufarbeitung, in der Industrie und in Forschungslabors. Bislang gibt es in Deutschland etwa 120.000 Kubikmeter dieses Mülls, nach den Berechnungen sollen es 2040 rund 280.000 Kubikmeter sein.

Anzeige

Das ehemalige Erzbergwerk ist groß genug, um noch mehr Atommüll dort zu lagern. Atomkraftgegner und Anwohner befürchten, dass die im nahe gelegenen maroden Salzbergwerk Asse gelagerten Fässer nach Salzgitter gebracht werden könnten. „Dazu wäre ein neues Planfeststellungsverfahren nötig“, erläuterte Birkner.

„Irgendwann könnte man darüber nachdenken“, räumte BfS-Vizepräsidentin Stefanie Nöthel ein. Derzeit habe das BfS allerdings genug damit zu tun, die Rückholung der Asse-Fässer zu prüfen und wenn möglich umzusetzen.

Konrad sei keine Alternative zur Asse, betonten Atomkraftgegnern, die eine nichtrückholbare Endlagerung von Atommüll generell ablehnen. Rund 30 empfingen den Minister vor der Schachtanlage. „Wir Bürger werden gerade im Atombereich belogen und betrogen“, sagte eine Frau. „Die selben Leute, die die Asse schön gerechnet haben, haben es auch mit Konrad getan“, ist sie überzeugt.

„Wir haben ein gemeinsames Interesse, die Fässer aus der Asse zu holen“, erwiderte Birkner. Dazu sei jedoch ein Gesamtplan nötig. Wenig Hoffnung machte er den Bürgern zu einem Stopp des weiteren Ausbaus von Konrad. „Der Zug fährt und der muss auch fahren“, sagte er mit Blick auf die vollen Zwischenlager. „Wir müssen Entscheidungen auch mal umsetzen, nicht blind, aber wenn wir sie dauernd stoppen, werden wir nie vorankommen.“

dpa


Der Norden Zwischen Göttingen und Hannover - A7 wird sechsspurig ausgebaut
07.06.2012
Der Norden Festakt in Station Hafencity - Hamburg feiert 100 Jahre Hochbahn
07.06.2012
Der Norden Niedersachsen beliebt wie noch nie - Küste, Harz und schöne Städte
Saskia Döhner 07.06.2012