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Der Norden Urne bleibt im Poststreik liegen
Nachrichten Der Norden Urne bleibt im Poststreik liegen
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17:07 19.06.2015
Von Poststreik betroffen waren auch zwei Urnen, die zu den Familien der Verstorbenen erst mit größerer Verzögerung gelangten. Quelle: dpa/Symbolbild
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Brermerhaven/Oldenburg

Die Familie aus der Region Düsseldorf hat nach einem Bericht des NDR bereits befürchtet, dass die Urne auf dem Weg von Bremerhaven nach Oldenburg verschwunden sei. Der Angehörige war bereits Ende Mai verstorben. Die Familie musste dessen Bestattung aufgrund der zwischenzeitlich verschwundenen Urne absagen.

Erst Beschwerden der Familie und des Gartenbauamt Bremerhaven bei der Post brachten die vermeintlich verschwundene Fracht wieder zum Vorschein. Sie war infolge des Poststreiks liegen geblieben, wie Post-Sprecher Jens-Uwe Hogart gegenüber der HAZ bestätigte. An diesem Donnerstag ist die Urne nun am Ziel angekommen. 

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Urnen seien zwar mit einem Aufkleber versehen, der sie als Fracht mit besonderem Inhalt kennzeichne, sie werden jedoch nicht gesondert befördert. "80 Prozent der Sendungen erreichen während des Streiks ihr Ziel", sagt Hogart. Wer jedoch in diesen Tagen wichtige Dokumente versenden möchte, sollte etwa eine Express-Sendung wählen. "Die Auswirkungen des Streiks sind lokal sehr verschieden", sagt Hogart. "Es kann sein, dass Sie in der einen Straße ihre Post pünktlich erhalten, aber im Nachbarort nicht."

Einen ähnlichen Fall gab es auch in Bayern. Über eine Woche hatte eine Familie aus Oberfranken auf die Urne mit der Asche des verstorbenen Vaters gewartet. Das Paket war wegen des Streiks bei der Post im Zustellstützpunkt in Neunkirchen am Brand (Bayern) liegengeblieben. "Da wurde fast der gesamte Stützpunkt bestreikt, nur einer von 14 Mitarbeitern hat gearbeitet", sagte Post-Sprecher Erwin Nier am Freitag. Am Vormittag sei das Paket mit der Urne nun mit einer Extra-Tour des Zustellers ausgeliefert worden. Gestartet war es bereits am Mittwoch vergangener Woche in der Nähe von Leipzig.

ska/dpa

19.06.2015
19.06.2015
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