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Der Norden Verbot von Brandzeichen empört Züchter
Nachrichten Der Norden Verbot von Brandzeichen empört Züchter
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07:25 23.05.2012
Von Saskia Döhner
Pferdezüchter wehren sich gegen eine geplante Abschaffung des Brandzeichens. Quelle: dpa
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Hannover

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch das Verbot von Brandzeichen für Pferde beschlossen und stößt damit auf massiven Widerstand der Zuchtverbände. Werner Schade, Geschäftsführer des Hannoveraner-Verbandes, spricht vom „Sargnagel für die deutsche Pferdezucht. Wir sind entsetzt.“ Zusammen mit den Zuchtverbänden für Trakehner und Holsteiner prüfe man den Klageweg. Von den Politikern hätte er sich mehr Rationalität gewünscht. Stattdessen hätten diese sich vor den Karren unwissender Tierschützer spannen lassen. „Die ganze Debatte wurde sehr emotional geführt“, kritisiert der Zuchtfachmann.

Brandzeichen seien absolut fälschungssicher, sagt Schade. Pferde könnten so eindeutig identifiziert werden. Chips seien manipulierbar. Außerdem sei das Einpflanzen in den Halsmuskel für die Tiere schmerzhaft. „Am Hinterschenkel, wo das Brandzeichen gesetzt wird, sind Pferde viel unempfindlicher.“ Der Chip sei ein Fremdkörper, es könne zu Verkapselungen kommen. Nicht zuletzt sind die Brandzeichen nach Schades Angaben auch wichtig für die Identifikation der Züchter. Andere Kennzeichnungsverfahren neben dem umstrittenen Chip seien noch nicht praxisreif, sagt Schade. Deshalb sei es fahrlässig, die Brandzeichen zu verbieten.

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Auch das Landwirtschaftsministerium in Hannover reagierte distanziert. Es sei bedauerlich, dass der Bund vorschnell ein Verbot erlassen habe, ohne nach einer schmerzlosen Alternative des Schenkelbrands zu suchen. Für die Pferdezucht sei ein dauerhaft sichtbares Zeichen unerlässlich. Der Bund habe jetzt eine jahrhundertealte Tradition einfach untersagt.Das Brandzeichenverbot muss zusammen mit anderen strengeren Regelungen für den Tierschutz noch im Bundestag und im Bundesrat verabschiedet werden. In Kraft treten werden die Vorgaben voraussichtlich erst im Herbst.

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