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Der Norden Wählen, bis es endlich passt
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18:52 19.04.2012
Von Klaus Wallbaum
Vorlesung: Wirbel um Wahlen an der Uni Lüneburg. Quelle: dpa
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Lüneburg

Wenn die Leuphana-Universität in Lüneburg Entscheidungen fällt, geht es nie harmonisch und problemlos zu. Auch diesmal wieder nicht. Kaum war der Senat der Hochschule zusammengekommen, musste das Gremium wegen einer Bombendrohung umziehen. Wer dahinter steckt, bleibt unklar - brisant aber ist die Stimmung im Vorfeld der Sitzung auf jeden Fall gewesen.

Uni-Präsident Sascha Spoun hatte den neugebildeten Senat zu seiner ersten Sitzung mit einem ungewöhnlichen Anliegen überrascht: Die Mitglieder sollten ihn und auch seinen Stellvertreter Holm Keller formal wiederwählen, da doch die alten Amtszeiten demnächst auslaufen. Zwar war Spoun schon vor einem Jahr im Amt bestätigt worden, er hatte aber die Ernennungsurkunde monatelang nicht angenommen. Der Grund war, dass sein Vize Keller damals nur im zweiten Anlauf und auch nur mit einer Einschränkung die Wahl überstanden hatte. Keller hatte im April 2011 zunächst als Vollzeit-Vizepräsident keine Mehrheit erhalten, einen Monat später dann nur knapp, allerdings mit der Bedingung, dass er nur noch eine Teilzeit-Stelle erhalten solle. Dagegen gingen Vertreter der Studentenschaft juristisch an, unterlagen vor dem Verwaltungsgericht und legten Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht ein. Über die ist bisher noch nicht entschieden.

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Die aktuellen Abläufe nun machen einen Erfolg der Kläger unwahrscheinlich, Spoun und Keller dürften sich damit abgesichert haben. Die Studentenvertreter hatten Anstoß am Teilzeit-Beschluss genommen, weil nach dem Beamtenrecht kein Beamter zur Teilzeit verpflichtet werden könne. Außerdem beanstandeten die Kläger, die Wahlen seien 2011 entgegen der Vorschrift nicht hochschulöffentlich gelaufen. Mit der Wiederholung der Wahl sind diese beiden Mängel nun geheilt - zur Abstimmung wurden alle Mitarbeiter und Studenten der Hochschule zugelassen, außerdem gilt die Teilzeit-Einschränkung für Keller nicht mehr, er behält seine Vollzeit-Stelle. Die Studentenvertreter werden das nun offenbar hinnehmen. Sie haben im jahrelangen Kampf gegen Keller verloren.

Das Duo Spoun/Keller an der Spitze der Leuphana-Uni ist nicht unumstritten. Als Strippenzieher gilt vor allem Keller, er hat sich damit aber in der Hochschule auch viele Feinde gemacht. Auf seine Initiative geht der Bau des Zentralgebäudes zurück, das vom New Yorker Stararchitekten Daniel Libeskind entworfen wurde. Noch haben die Bauarbeiten nicht richtig begonnen. Auch die ungewöhnlichen Finanzierungswege über die EU, geebnet über das Sonder-Fördergebiet im früheren Regierungsbezirk Lüneburg, tragen Kellers Handschrift. Die EU-Korruptionsermittler prüfen derzeit, ob es dabei mit rechten Dingen zugegangen ist. Gegen Keller gibt es Vorwürfe, er lasse es bei seinen Planungen an der notwendigen Transparenz mangeln. Das Verhältnis zwischen der Lüneburger Uni-Leitung und dem Wissenschaftsministerium in Hannover soll angespannt sein.

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