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Der Norden Was weiß der Kronzeuge über Abu Walaa?
Nachrichten Der Norden Was weiß der Kronzeuge über Abu Walaa?
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12:15 07.11.2017
Quelle: Julian Stratenschulte
Celle

 Ob der Kronzeuge der Bundesanwaltschaft im Prozess gegen den Hildesheimer Hassprediger Abu Walaa und vier mutmaßliche Unterstützer am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Celle aussagt, war am Vormittag noch unklar. Bislang ist nur sein Anwalt Johannes Pausch im Gerichtssaal aufgetaucht, kam aber auch noch nicht zu Wort. Nach einer Stunde, in der die Verteidiger der fünf Angeklagten unter anderem Video-Aufzeichnungen der Aussagen von Anil O. forderten, hat der Vorsitzende Richter Frank Rosenow die Sitzung für drei Stunden unterbrochen. Um 14 Uhr will er verkünden, ob und wie es weitergeht.

Anil O. hält sich bereits seit Montag in Celle auf. Sein Auftritt wird mit Spannung erwartet – schließlich ist er der Hauptbelastungszeuge der Bundesanwaltschaft, auf dessen Angaben die Karlsruher Ankläger einen Großteil ihrer Vorwürfe gründen. O. war im Herbst 2015 mit seiner Familie für einige Monate ins Gebiet der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) nach Syrien ausgereist, ein Jahr später aber nach Deutschland zurückgekehrt. Er stellte sich den Behörden und gab sich geläutert.

Wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilte ihn das Oberlandesgericht Düsseldorf im Frühjahr zu einer Bewährungsstrafe. Zu diesem milden Urteil kam es, weil O. sich als Kronzeuge zur Verfügung stellte, er lebt seither im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms an einem unbekannten Ort.

Ist Abu Walaa die Nummer eins des IS in Deutschland?

Auf O. geht unter anderem die These zurück, Abu Walaa sei die „Nummer eins des IS in Deutschland“ mit besten Kontakten in die Führungsspitze der Terrororganisation sowie der Kopf eines Netzwerks, dass IS-Unterstützern bei der Ausreise nach Syrien geholfen hat. Zudem soll die Gruppe Jugendliche und junge Erwachsene gezielt radikalisiert und für den IS angeworben haben.

Anil O. war für die Ermittler des Landdeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen zudem der Schlüssel zu der Hildesheimer Gruppe um Abu Walaa. Dadurch, dass sie ihn vor seiner Ausreise intensiv beobachteten – und vergeblich versuchten, seinen Trip nach Syrien zu verhindern – stießen auf seine Kontakte zu Abu Walaa und den beiden weiteren Hildesheimer Angeklagten Mahmoud O. und Ahmed F. Y.

Ist der Zeuge vertrauenswürdig?

Die Verteidiger haben bereits am ersten Prozesstag deutlich gemacht, dass sie Anil O. als „Geschichtenerzähler“ entlarven wollen, der andere belastet hat, um für sich selbst ein günstiges Urteil herauszuholen. Am Dienstag forderten sie unter anderem, seine Aussagen auf Video aufzunehmen, wenigstens aber Tonaufnahmen anzufertigen, da es bei seinen Aussagen auf jedes Detail ankomme. Die Generalbundesanwaltschaft hielt dagegen, dafür gebe es keine gesetzliche Grundlage, auch sei nicht kontrollierbar, ob die Aufnahmen möglicherweise an die Öffentlichkeit gelangen. Abu Walaas Anwalt Peter Krieger forderte zudem, den Prozess auszusetzen oder zumindest die Vernehmung von Anil O. zu verschieben, da noch Protokolle der Telefonüberwachung von Anil O. aus den vergangenen Jahren fehlten.

Anil O. soll nach Planung des Gerichts zehn Tage lang vernommen werden. Aus Kreisen der Verteidigung hieß es am Dienstag bereits, dies könne möglicherweise nicht ausreichen. Für Irritationen bei den Anwälten sorgte zudem die Ankündigung, O. werde voraussichtlich „in Tarnung“ auftreten, mutmaßlich mit einer Perücke. Richter Rosenow berichtete daraufhin, er habe sich bereits am Montag kurz mit O. im Gerichtssaal getroffen „ohne Perücke, aber mit Personalausweis“, um sicher zu sein, den richtigen Mann vor sich zu haben.

Von Tarek Abu Ajamieh

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