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Der Norden Weiße Weihnachten ist nicht in Sicht
Nachrichten Der Norden Weiße Weihnachten ist nicht in Sicht
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21:28 17.12.2013
Selbst im Harz rechnet man mit „grünen Weihnachten“. Alternativen zum klassischen Skisport sind dann gefragt.
Selbst im Harz rechnet man mit „grünen Weihnachten“. Alternativen zum klassischen Skisport sind dann gefragt. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Der Traum von weißen Weihnachten in Niedersachsen ist vorerst ausgeträumt. „Grün, mild und sehr windig ist der Trend für Norddeutschland“, sagte Hans-Joachim Möller vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Dienstag in Offenbach für die nächste Zeit voraus. „Es sieht nichts weiß aus, auch nicht für den Oberharz“, sagte der Meteorologe. Das gelte zunächst für die Feiertage: „Was danach kommt, müssen wir mal schauen. Richtige Kälte ist jedenfalls vorerst nicht in Sicht.“

Grund für die Schneearmut im Dezember im Flachland sind wechselhafte ozeanische Westwinde. Sie bringen gerade über die Weihnachtszeit milde Luftmassen. Das auch als Wintertauwetter bekannte Phänomen ist nicht ungewöhnlich, verhindert aber meist weiße Weihnachten. Als Faustregel gilt nach DWD-Angaben, dass im Verlauf eines Jahrzehnts an der Küste ein- bis zweimal und im Binnentiefland zwei- bis dreimal Weihnachten mit Schnee auftreten.

Das zweite Adventswochenende ist da: Am Freitagabend war „Xaver“ glücklicherweise weitgehend weitergezogen. Und so besuchten zahlreiche Menschen den Weihnachtsmarkt in der Altstadt oder shoppten in der City.

Im Jahr 2012 etwa wurde mit bis zu 12 Grad Celsius eines der wärmsten Weihnachtsfeste gemessen. Ganz anders die Situation vor drei Jahren: „Weihnachten 2010 hatten wir die höchsten Schneedecken in Norddeutschland seit Beginn der Wetterbeobachtungen“, sagte DWD-Klimatologe Eckhard Möller beim Seewetteramt Hamburg. Damals wurden Heiligabend bis zu 20 Zentimeter Schnee in Bremen und bis zu 28 Zentimeter in Hannover gemessen. Viele Reisende, die zu Besuchen per Auto oder Bahn unterwegs waren, bekamen damals große Probleme.

Rekordmarken im Flachland

Davor waren die Festtage der vergangenen 20 Jahre meistens schneelos verlaufen. Zuletzt glänzte Weihnachten 1981 über ganz Deutschland eine weiße Schneedecke. Der höchste Schnee des Katastrophenwinters 1978 kam dagegen erst nach den Feiertagen zum Jahreswechsel und im folgenden Februar - bis zu 70 Zentimeter waren die Rekordmarken im norddeutschen Flachland.

Alles Schnee von gestern: Mit „grünen Weihnachten“ rechnen inzwischen auch Touristiker im Harz. Das sei aber keine Ausnahme, sondern komme immer wieder mal vor, sagte Christian Klamt von der Tourismusgesellschaft in Braunlage. „Schnee erfreut uns natürlich mehr, aber wir haben auch außerhalb der Pisten viel zu bieten wie gut ausgebaute Wanderwege.“

Mangels Schnee wurde bereits am vergangenen Wochenende die Neueröffnung des Skigebiets auf dem Wurmberg verschoben. Wegen der aktuellen Wetterlage mit Minustemperaturen im Ort und Plus-Graden auf dem Berg konnte auch kein Kunstschnee hergestellt werden. Das Skigebiet auf Niedersachsens höchstem Gipfel (971 Meter) war zuvor für zwölf Millionen Euro ausgebaut worden.

Wann und ob überhaupt noch Schnee fällt, ist ungewiss: „Kommt bis Dreikönig kein Winter, kommt auch keiner mehr dahinter“, zitiert Klimatologe Möller eine alte Bauernregel. Demnach wäre der 6. Januar ein möglicher Wendepunkt für die weiteren Aussichten. „Verlässlich ist diese Regel aber nicht“, schränkte Möller ein.

dpa

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