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Der Norden Weltgrößtes Containerschiff „Marco Polo“ legt in Hamburg an
Nachrichten Der Norden Weltgrößtes Containerschiff „Marco Polo“ legt in Hamburg an
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17:29 12.12.2012
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Hamburg

Der Hamburger Hafen hat eine Attraktion mehr: Die „CMA CGM Marco Polo“ gilt als das derzeit größte Containerschiff der Welt und erreichte am Mittwochmorgen gegen 3.45 Uhr das Hafengebiet. Trotz eisiger Kälte hatten sich einige schaulustige „Shipspotter“ eingefunden, um den ersten Anlauf des Schiffes in Hamburg zu beobachten und zu filmen.

Die „Marco Polo“ passierte zunächst die Einfahrt zum Waltershofer Hafen und wurde dann rückwärts von mehreren Schleppern ins Hafenbecken gezogen. Am Burchardkai der HHLA wird der Riesenfrachter rund 4000 Container umschlagen. Das ist nur ein Viertel seines enormen Fassungsvermögens von 16.000 Standardcontainern (TEU). Am Donnerstag gegen 23 Uhr soll der Frachter nach den bisherigen Planungen wieder ablegen und elbabwärts die Reise nach Asien antreten. Das Schiff wird in die Liniendienste der französischen Reederei CMA CGM zwischen Europa und Asien eingegliedert und künftig regelmäßig den Hamburger Hafen anlaufen.

Bei seiner Ankunft war das Schiff aber nicht voll beladen, da es sonst in der zu flachen Elbe steckengeblieben wäre. Damit Schiffe dieser Größe voll beladen nach Hamburg kommen können, müsste die Elbe vertieft werden. Aber die von Bund und Land geplante Elbvertiefung ist umstritten. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gab jüngst einem Eilantrag von Umweltschützern gegen das Vorhaben statt. Seitdem ist das 400 Millionen Euro teure Projekt vorerst gestoppt.

Die Umweltschützer befürchten unter anderem höhere Sturmfluten. Hafenwirtschaft und Reeder sehen wegen der Entscheidung den größten deutschen Hafen auf lange Sicht von der Schiffsentwicklung abgekoppelt. „Die verzögerte Elbvertiefung erschwert es uns, eine verlässliche Abfertigung zu ermöglichen, da wir bereits heute die Elbe nur unter Einschränkungen befahren können", sagte der Geschäftsführer des "Marco Polo"-Besitzers CMA CGM, Reinhard Peschel.

Die „Marco Polo“, die noch zwei baugleiche Schwesterschiffe erhalten wird, kann den Rekordtitel als größtes Containerschiff nicht lange für sich beanspruchen. Auf den koreanischen Werften entstehen für die Maersk-Reederei bereits die ersten Schiffe mit einer Kapazität von 18.000 Containereinheiten, die im nächsten Jahr in Dienst gestellt werden.

dpa/dapd

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