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Der Norden Weniger Kinder bei Früherkennungsuntersuchungen
Nachrichten Der Norden Weniger Kinder bei Früherkennungsuntersuchungen
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15:16 02.05.2015
Die Untersuchungen zur Früherkennung sind wichtig. Quelle: dpa
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Hannover

Trotz schriftlicher Einladungen per Post geht die Teilnahmequote von Kindern an den Früherkennungsuntersuchungen in Niedersachsen zurück. Mit mehr als 90 Prozent liegt das Niveau nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Hannover aber deutlich über den Werten vor 2010, als es noch keine schriftlichen Einladungen gab.

Demnach wurden 2014 rund 91 Prozent der 25 269 Einladungen für die U5 bis U8 wahrgenommen, 2013 und 2012 waren es noch rund 93 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Einführung der Einladungen lag die Quote bei knapp 86 Prozent. Bundesweit nahmen laut Robert-Koch-Institut zwischen 2009 und 2012 etwa 82 Prozent der 7- bis 13-Jährigen an allen U-Untersuchungen teil.

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Die Einladungen umfassen in Niedersachsen einen Antwortteil, mit dem der Arzt dem Landessozialamt die Teilnahme bestätigt. Fehlt diese Bestätigung, erinnert die Behörde die Eltern erneut. Nur wenn dies wieder ohne Rückmeldung bleibt, wird die örtlich zuständige Kinder- und Jugendhilfe informiert. Die Behörde prüft dann je nach Einzelfall, ob sie sich einschaltet.

"Gut ist, dass mehr Eltern ihre Kinder untersuchen lassen", sagte Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) mit Blick auf die höhere Teilnahmequote in Niedersachsen. Sie geht aber nicht davon aus, dass die regelmäßigen Untersuchungen dazu beitragen, Kinder besser vor Verwahrlosung zu schützen. Das Nichterscheinen zur U-Untersuchung sei kein Anhaltspunkt dafür, dass das Kindeswohl in Gefahr sei. "Was die Jugendämter brauchen sind aber "gewichtige Anhaltspunkte" um auf sicherer Rechtsgrundlage in die Familien hinein zu gehen", sagte sie.

Bundesweit sind die Früherkennungsuntersuchungen unterschiedlich geregelt. Während Eltern in Niedersachsen seit April 2010 nur für die U5 (6. bis 7. Lebensmonat) bis zur U8 (46. bis 48. Lebensmonat) eine Einladung erhalten, ist die Teilnahme in Bayern und Baden-Württemberg verpflichtend. In Bayern ist die Auszahlung des Erziehungsgeldes an den Nachweis von U6 und U7 geknüpft.

Wenn es nach dem Willen der Bundesregierung geht, sollen die Untersuchungen künftig bis zum 18. Lebensjahr möglich sein, eine verbindliche Teilnahme ist aber nicht geplant. Bei den Untersuchungen soll einem Gesetzentwurf zufolge auch ein stärkeres Augenmerk auf individuelle Belastungen und gesundheitliche Risikofaktoren gelegt werden. "Dadurch können neue Untersuchungen im Grundschul- und Jugendalter eingeführt werden", sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).