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Der Norden Eine „Mumie“ unterm Dach
Nachrichten Der Norden Eine „Mumie“ unterm Dach
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21:12 02.08.2013
Von Gabriele Schulte
Eine Mumie auf dem Dachboden hat ein zehn Jahre alter Junge in Diepholz entdeckt. Quelle: dpa
Diepholz

Rund 60 Jahre lagen die drei Kisten unentdeckt auf einem Dachboden in Diepholz. Durch die Neugier eines Zehnjährigen kamen sie jetzt zum Vorschein. Der kleine Alexander sah sich während Reparaturarbeiten am Dach des Mehrfamilienhauses unter den Dachschrägen um. „Was mein Sohn da entdeckt hat, könnte eine ägyptische Mumie sein“, sagt Vater Lutz-Wolfgang Kettler.

Die 1,60 Meter lange bandagierte Figur habe in der größten der drei Kisten, einer „bestimmt einen Zentner schweren“ , mit ägyptischen Bildern und Schriftzeichen verzierten Holztruhe gelegen, erzählt der Zahnarzt. Kettler will die Figur nun von Fachleuten untersuchen und röntgen lassen, um Gewissheit zu haben.

Zu den von Alexander entdeckten „Schätzen“ gehört auch eine Totenmaske aus Steingut und eine Vase, wie sie in vorchristlicher Zeit für die Innereien von Toten benutzt wurde. Ob echt oder Nachbildung - zur Herkunft hat Lutz-Wolfgang Kettler eine vage Erklärung. „Mein Vater ist als Student der Zahnmedizin in den fünfziger Jahren nach Ägypten gereist“ ,sagt er. Von Mumien allerdings habe der vor zwölf Jahren verstorbene Vater nie etwas erzählt. Auch Lutz-Wolfgang Kettlers Mutter, die 93 Jahre alte Elfriede Kettler, weiß über die Fundstücke nichts. Wie hätte ihr Mann die Mitbringsel transportieren und vor allem am Zoll vorbeischmuggeln können? Viele Rätsel, die die Familie jetzt durch die Sichtung alter Fotos und Unterlagen zu klären versucht. Die vermeintliche Mumie haben Vater und Sohn nicht angefasst: „Wir wollten nichts kaputtmachen.“ Ein Freund, der sich mit Mumien auskenne, habe einen Blick darauf geworfen und die Echtheit nicht ausgeschlossen. Die „Sargbeigaben“ aber seien wohl Nachbildungen.

Ein renommierter Ägyptologe aus Hannover, der anonym bleiben möchte, hält dies auch im Fall der Mumie für mehr als wahrscheinlich. „Das ist wohl eine Requisite aus einem Ägyptenfilm“ , meinte er am Freitag nach einem Blick auf ein Foto des Fundes. „Aus meiner Sicht auf jeden Fall eine Replik.“ Gewissheit werden die Röntgenaufnahmen bringen, die Lutz-Wolfgang Kettler anfertigen lassen will: Wenn keine Knochen darauf zu sehen sind, ist alles klar. Was bleibt, ist die Begeisterung für das alte Ägypten, die der Ethnologe Ulrich Menter vom Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim vor den Mumien dort immer wieder beobachtet. „Die Besucher sind fasziniert, wenn sie Menschen, die vor Tausenden Jahren lebten, so nah kommen.“

Nach dem Missbrauch eines Jugendlichen im Braunschweiger Untersuchungsgefängnis ist ein Teil der Beschuldigten in andere Haftanstalten verlegt worden. Das teilte das Justizministerium am Freitag mit. Sechs junge Männer sind beschuldigt, einen 17-jährigen Mitgefangenen zwei Monate lang gedemütigt, gequält und misshandelt zu haben.

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