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Der Norden Unwetter über Niedersachsen – Schlammwelle trifft Region um Alfeld
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Unwetter über Niedersachsen – Schlammlawine trifft Alfeld

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00:18 18.06.2019
Die Schlammwelle überschwemmte auch Duingen-Hoyershausen (Samtgemeinde Leinebergland). Quelle: Marco Althaus
Alfeld

Schlamm in den Häusern, Geröll auf den Straßen: Ein Unwetter mit Starkregen und Hagel hat am Sonnabend die Stadt Alfeld im Kreis Hildesheim sowie umliegende Dörfer getroffen. Weit über 200 Feuerwehrleute waren seit dem frühen Morgen im Einsatz, um Straßen freizuräumen und vollgelaufene Häuser von Wasser und Schlamm zu befreien.

„60 bis 80 Häuser sind betroffen, teilweise steht der Schlamm 30 Zentimeter hoch“, sagte Alfelds Bürgermeister Bernd Beushausen. Weil viele Häuser wegen der Nähe zur Leine keinen Keller haben, lief das Wasser samt Schlamm ins Erdgeschoss. „Der Schlamm ging vorne rein und hinten wieder raus.“

In einem Wohngebiet in Alfeld stehen Autos im Wasser. Quelle: Stephan Jannik/Feuerwehr

Durch das Gewitter war viel Erde von den Feldern gespült worden und hatte die Kanalisationen verstopft. In einem Wohngebiet standen Autos bis zu den Scheiben im Wasser. Neben der Alfelder Kernstadt waren vor allem die Ortsteile Eimsen, Brunkensen und Limmer besonders stark betroffen.

Das Unwetter war seit dem frühen Morgen über Niedersachsen und Norddeutschland hinweggezogen. Neben Starkregen brachte es auch Hagel. Im Bereich Alfeld hatten die Hagelkörner die Größe von Golfbällen. Zahlreiche Autos seien beschädigt worden, sagte Bürgermeister Beushausen. Der Hagel zerschlug zudem Vordächer und auch Hausdächer, unter anderem bei einer Rettungswache im Stadtteil Limmer-West.

In Alfeld kamen Hagelkörner in der Größe von Golfbällen vom Himmel. Quelle: Manuela Stock

Hangrutsch blockiert Ortsdurchfahrt

In Wettensen ist die Ortsdurchfahrt nach einem Hangrutsch noch immer gesperrt, in Limmer war die Bundesstraße 3 zeitweise unpassierbar. Neben der Feuerwehr war auch der Bauhof mit schwerem Gerät im Einsatz, auch Landwirte packten mit an. „Auf den Straßen stehen die Leute mit Schiebern, um den Schlamm wegzubekommen“, berichtete ein Augenzeuge.

Auch nördlich von Alfeld in der Samtgemeinde Leinebergland überschwemmte eine Schlammwelle eine Ortschaft. In Duingen-Hoyershausen brachte Starkregen Erde von den Hängen eines Höhenzugs ins Rutschen und drückte die anschwellenden Matschmassen in die Dorfmitte, berichtet die „Alfelder Zeitung“. Dort überspülte der Matsch mehrere Hofbetriebe, einen Autohändler und eine Autowerkstatt. Der Ort war bis zum Nachmittag komplett gesperrt. Rund sieben Stunden waren mehrere Feuerwehren mit mehr als 80 Einsatzkräften im Einsatz, um das Dorf von Wasser und Schlamm zu befreien.

"In der ersten Stunde war es so viel Wasser und Schlamm, dass wir fast hilflos waren, wir konnten nichts tun", berichtete Einsatzleiter Fredereck Sürig der „Alfelder Zeitung“. So schlimm sei es noch nie gewesen. „Es war unfassbar."

In weiten Teilen Niedersachsens war das Unwetter vergleichsweise glimpflich ausgegangen. Größere Schadensmeldungen kamen hingegen aus dem Landkreis Gifhorn. Dort wurden durch Hagelkörner so groß wie Tischtennisbälle zahlreiche Autos zerbeult. Betroffene berichteten gegenüber der „Aller-Zeitung“ von zerschlagenen Windschutzscheiben sowie Terrassendächern.

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Von RND/Frerk Schenker, Thomas Jahns, Marco Althaus

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