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Der Norden Wurde „Omelly“ hingerichtet? Kater aus Landkreis Gifhorn mit Kopfschuss getötet
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Wurde „Omelly“ hingerichtet? Kater aus Landkreis Gifhorn mit Kopfschuss getötet

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19:02 17.02.2020
Wurde nur zehn Monate alt: Kater Omelly wurde per Kopfschuss getötet. Quelle: Anja Mühe
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Erpensen

Kater Omelly wurde nur zehn Monate alt. Ein gezielter Kopfschuss tötete das Tier. Besitzerin Anja Mühe warnt jetzt alle anderen Katzenbesitzer – denn in den Orten rund um den Wittinger Ortsteil Erpensen sind schon viele Katzen verschwunden, und es gibt laut Anja Mühe Hinweise darauf, dass jemand seine Finger im Spiel hat, der offenbar keine Katzen mag.

„Omelly ist abends gegen 20 Uhr noch einmal raus gegangen mit unserer anderen Katze. Die kam gegen 22.30 Uhr wieder, der Kater nicht. Auch am nächsten Tag blieb er verschwunden. Ich habe noch gedacht, vielleicht ist er irgendwo eingeschlossen worden, in einem Keller“, erzählt Mühe. Als Omelly auch am folgenden Tag noch nicht wieder da war, machte sie sich gleich morgens auf die Suche.

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Bange Suche nach Omelly

„Eine meiner Annahmen war, dass er vielleicht im Wald in einer Lebendfalle sitzt“, sagt sie. Denn rund um Erpensen standen zu dem Zeitpunkt wohl mehrere – offenbar genehmigte – Lebendfallen für Marder, Nutrias und Waschbären. Doch die Fallen waren leer. Am Nachmittag machte sich dann ihr Mann erneut auf die Suche – und er machte einen grausigen Fund. An einem Weg am Waldrand lag der tote Kater. „Das sah aus, als wenn Omelly dort abgelegt wurde, damit wir ihn finden.“

Kater mit dem Kopf eingeklemmt

Da schon vorher viele Katzen in der Umgebung verschwunden waren und Omelly eine schwere Kopfwunde aufwies, fuhr Mühe mit dem toten Tier zum Tierarzt. „Nach der Untersuchung steht fest, dass mein Kater mit dem Kopf eingeklemmt war, wodurch der Kopf nach unten gedrückt wurde. Ihm wurde in den Kopf geschossen, die Kugel ist in der Schädeldecke eingetreten und am Brustbein wieder ausgetreten. Hätte er bei solch einem Schuss den Kopf gerade gehalten, wäre die Kugel in den Bauchraum geraten.“ War der Tod des Katers also eine Art Hinrichtung?

„Hier kennt jeder jeden“

„Ich weiß, dass frei laufende Katzen 300 Meter vom Ortsrand geschossen werden dürfen. Auch, wenn er vielleicht in einer der Fallen saß, hätte er geschossen werden können. Aber: Hier kennt jeder jeden und auch die Haustiere. Wir sind dort fast täglich spazieren gegangen, oft hat uns Omelly begleitet. Hätte man ihn da nicht einfach laufen lassen und uns informieren können, dass er streunt?“

Polizei, Jagdbehörde und Tierschutz eingeschaltet

Anja Mühe hat inzwischen Strafanzeige bei der Polizei gestellt – denn auch wenn der Abschuss vielleicht legal war, so stellt er dennoch eine Sachbeschädigung dar. Und sie hat sowohl die Landesjagdbehörde als auch den Tierschutz informiert. „Denn wir haben einen konkreten Verdacht. Und wir wollen erreichen, dass einerseits andere Tierhalter gewarnt sind und auf ihre Katzen und Hunde aufpassen.“ Andererseits sollten sich Menschen, die so etwas tun, Gedanken darüber machen, „dass hinter jedem Haustier Menschen stehen, die es lieben, für die es ein Familienmitglied ist“.

Von Thorsten Behrens