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Der Norden „Konzept ging auf“: Bahn verteidigt Einstellung des Zugverkehrs – Schneeschleuder im Einsatz
Nachrichten Der Norden

Zugausfälle durch Winterwetter: DB verteidigt Konzept zur Einstellung des Bahnverkehrs

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17:45 11.02.2021
Eine Schneeschleuder der Deutschen Bahn befreit die Zugstrecke Braunschweig - Wolfenbüttel von den Schneemassen.
Eine Schneeschleuder der Deutschen Bahn befreit die Zugstrecke Braunschweig - Wolfenbüttel von den Schneemassen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

Die Deutsche Bahn hat die fast vollständige Einstellung des Zugverkehrs in Niedersachsen und Nordwesten Deutschlands als Reaktion auf denn Wintereinbruch verteidigt. „Das Konzept der DB-Krisenmanager ging auf“, sagte eine Bahnsprecherin am Donnerstag. Der Betrieb sei vor allem dort, wo höchste Wetter-Warnstufen galten, gezielt reduziert worden, um Stau-Situationen auch im Schienenverkehr zu vermeiden.

Mit diesem Vorgehen wurde ein zentrales Ziel aus Sicht der Bahn erreicht. „Es mussten zu keinem Zeitpunkt Fahrgäste auf offener Strecke aus Fernverkehrs- oder Regionalzügen evakuiert werden“, betonte die Bahnsprecherin. Aufgrund des extremen Unwetters mit Schnee und Schneeverwehungen hatte die Bahn am Sonntag den Regionalverkehr bis auf wenige Ausnahmen eingestellt und auch den Fernverkehr weitgehend beendet. Noch immer sind einige Strecken gesperrt.

Notunterkünfte bei Zugausfällen wären wegen Corona schwierig geworden

Der Fahrgastverband Pro Bahn zeigte viel Verständnis für das Vorgehen der Bahn. „Auf offener Strecke liegengebliebene Züge wären bei den Temperaturen ein sehr großes Problem geworden“, sagte Verbandssprecher Karl-Peter Naumann. Coronabedingt sei ja auch eine eventuell nötige Unterbringung von Fahrgästen in Hotels sehr schwierig. Ein Problem der Bahn in solchen Situation bleibe aber die schwache Information der Fahrgäste, sagte Naumann.

Nach Angaben der Bahn Tausende Mitarbeiter seien bundesweit rund um die Uhr im Einsatz, mehr als 22.000 Mal seien Schneeräumkräfte bislang in die Bahnhöfe ausgerückt. Mehr als ein Dutzend Aufenthaltszüge seien in den Bahnhöfen bereitgestellt worden. Zudem seien bis Donnerstag rund 2000 Hotel- und Taxigutscheine ausgestellt worden.

Schneeschleuder räumt Bahnstrecken frei

Mit schweren Gerät versucht die Deutsche Bahn die zugeschneiten Zugstrecken wieder befahrbar zu machen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Am Donnerstag liefen unterdessen die Räumarbeiten weiter, zusätzliche Strecken wurden wieder in Betrieb genommen. Es gab aber noch immer Zugausfälle und Verspätungen. „Der Fernverkehr läuft auf vielen vom Unwetter betroffenen Strecken weiter an“, sagte die Unternehmenssprecherin. Auf einigen Strecken in Niedersachsen war eine Schneeschleuder im Einsatz, um zugeschneite Abschnitte wieder befahrbar zu machen. Wie die Bahnsprecherin erklärte, frisst sich diese Räummaschine mit bis zu 30 Stundenkilometern durch die Schneemassen, die so schichtweise abgetragen werden.

Kritik von Bahn-Wettbewerbern

Kritik kam am Donnerstag von den Wettbewerbern der Bahn. Auch am fünften Tag hielten demnach maßgebliche Störungen besonders auch im Güterverkehr auf der Schiene an, teilte das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) mit. Die Organisation der Winterdienste reiche nicht aus. Bei 33.000 Schienenkilometern und 61.000 Weichen könnten auch „Tausende Mitarbeitende“ zu wenig sein.

Von RND/lni