Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Digital 540 Millionen Facebook-Datensätze ungeschützt im Netz
Nachrichten Digital 540 Millionen Facebook-Datensätze ungeschützt im Netz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:36 04.04.2019
Der Vorfall könnte die Debatte über die Datenschutz-Verantwortung von Facebook neu entfachen. Quelle: Christophe Gateau/dpa
Menlo Park

Zwei Firmen haben Daten ihrer Nutzer aus dem Online-Netzwerk Facebook offen zugänglich im Netz gespeichert. Der Vorfall könnte die Debatte über die Datenschutz-Verantwortung von Facebook neu entfachen.

Die mexikanische Medienfirma Cultura Colectiva hatte Daten wie Accountnamen, Kommentare und „Gefällt mir“-Angaben auf einem frei zugänglichen Bereich bei Amazons Cloud-Dienst AWS abgelegt, wie die IT-Sicherheitsfirma UpGuard am Mittwoch berichtete. UpGuard fand demnach auch heraus, dass die Entwickler der schon vor Jahren eingestellten App „At the Pool“ ebenfalls bis vor kurzem Informationen wie Facebook-Namen ungeschützt lagerten.

Passwörter von 22.000 Nutzern im Klartext gespeichert

Facebook betonte in einer Reaktion, dass es für App-Entwickler verboten ist, Daten aus der Plattform des Online-Netzwerks ungeschützt zu speichern. Man habe nach einem Hinweis mit Amazon daran gearbeitet, die Datenbank vom Netz zu nehmen und wolle weiter mit Entwicklern am Datenschutz arbeiten.

Es blieb zunächst unklar, wie viele Facebook-Nutzer, die ihre Daten Cultura Colectiva oder den Entwicklern von „At the Pool“ anvertraut haben, von dem nun entdeckten Vorfall betroffen sind. UpGuard sprach von einer 146 Gigabyte großen Datenbank mit 540 Millionen Datensätzen. Die Datenbank von „At the Pool“ sei kleiner, aber potenziell gefährlicher: Denn dort seien im Klartext auch die Passwörter von 22.000 Nutzern für die App gespeichert gewesen. Datendiebe könnten damit versuchen, in Accounts bei anderen Diensten reinzukommen, wenn Nutzer dort dieselbe Kombinationen aus E-Mail-Adresse und Passwort verwendet haben sollten.

Lesen Sie hier:
So sieht ein sicheres Passwort aus

Facebook hat keine Kontrolle darüber, was mit den Daten passiert

Der Vorfall unterstreicht zugleich das Problem, dass Facebook keine direkte Kontrolle darüber hat, was mit den Daten passiert, die von App-Partnern auf der Plattform erhoben werden. Insbesondere nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica war gefordert worden, dass Facebook mehr für den Schutz seiner Nutzer auch in diesen Fällen unternehmen müsse.

Im Fall Cambridge Analytica hatte der Entwickler einer App einige Informationen von Millionen Facebook-Nutzern an die Datenanalyse-Firma weitergegeben. Facebook betont zwar, er habe damit gegen die Regeln verstoßen – das Online-Netzwerk bekam die Weitergabe aber zunächst einmal gar nicht mit. Für den Eklat sorgte dann insbesondere, dass Facebook seit Ende 2016 davon wusste, aber sich mit der Zusicherung zufrieden gab, dass die Daten gelöscht worden seien, und die betroffenen Nutzer nicht informierte.

Facebook hatte nach dem Cambridge-Analytica-Skandal eine Überprüfung des Umgangs mit Daten bei zehntausenden Apps auf der Plattform eingeleitet und mehrere hundert davon provisorisch gesperrt.

Von RND/dpa

Apples Spracherkennungssoftware Siri hat manchmal erstaunliche Antworten parat. Zu Beginn ihres Lebenszyklus war das allerdings oft noch unfreiwillig komisch. Damit witzige Antworten kein Zufall mehr sind, sucht das Unternehmen in Cupertino nun einen kreativen Texter.

03.04.2019

Ein Familienmitglied lädt illegal auf einer Seite ein Musikalbum auf eine Tauschbörse hoch. Die Eltern wissen, welches ihrer drei erwachsenen Kinder es war, wollen aber nichts sagen. Das schützt sie nicht davor, selbst belangt zu werden, urteilt das Bundesverfassungsgericht.

03.04.2019

Das Angebot an Video-on-Demand und Streamingdiensten ist groß, doch nicht alle sind seriös. Fake-Dienste, wie Woplay, Streamba oder Oneflix zeigen keinen einzigen Film, schicken dafür aber hohe Rechnungen. So schützen Sie sich vor der Abo-Falle.

03.04.2019