Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Digital „Anti-Facebook“ LinkedIn begeistert Anleger
Nachrichten Digital „Anti-Facebook“ LinkedIn begeistert Anleger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:54 03.08.2012
Linkedln-Chef Jeff Weiner kann mit dem Aktiengang seines Unternehmens voll zufrieden sein. Quelle: dpa
Anzeige
Mountain View

Während Facebook Verluste schreibt und langsamer wächst, zieht das weltgrößte berufliche Online-Netzwerk LinkedIn davon. Im zweiten Quartal verdoppelte sich der Umsatz nahezu auf 228 Millionen Dollar (187 Mio Euro). Der Gewinn fiel allerdings um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 2,8 Millionen Dollar, wie LinkedIn am Donnerstag mitteilte. Das lag unter anderem an Aktien, die Mitarbeiter bekommen haben.

Diesen Schönheitsfehler verziehen die Anleger dem Unternehmen jedoch. Insgesamt schnitt LinkedIn besser ab, als Analysten erwartet hatten. Die Aktie schoss zum Handelsstart am Freitag um gut zwölf Prozent auf rund 105 Dollar hoch. Beim Börsengang vor gut einem Jahr hatte LinkedIn die Papiere zu 45 Dollar das Stück ausgegeben. Schon am ersten Tag war die Aktie durch die Decke gegangen.

Anzeige

Was für ein Unterschied zu Facebook: Die im Mai zu 38 Dollar ausgegebenen Aktien des weltgrößten Online-Netzwerks fielen am Donnerstag zeitweise erstmals unter 20 Dollar. Am Ende des Tages gingen sie mit 20,04 Dollar aus dem Handel, ein Verlust von 4 Prozent im Vergleich zum Vortrag. Das bedeutet: Ein Anleger der ersten Stunde hat inzwischen fast die Hälfte seines Einsatzes verloren. Am Freitag stützte ein „LinkedIn-Effekt“ auch die Facebook-Aktie: Das Papier kletterte im frühen New Yorker Handel zeitweise um 2,4 Prozent auf rund 20,50 Dollar.

LinkedIn hat 175 Millionen Nutzer weltweit, die hier ihre beruflichen Kontakte pflegen. Bei Facebook sind es 955 Millionen Nutzer, die Kontakt zu ihren Freunden und Bekannten halten. Während Facebook sein Geld vor allem mit Werbeanzeigen und Onlinespielen verdient, ist LinkedIn breiter aufgestellt mit Stellananzeigen, Werbung, Premium-Mitgliedschaften und Diensten für Personalabteilungen von Unternehmen. Einer der größten Konkurrenten ist das deutsche Netzwerk Xing.

LinkedIn ist vom Geschäft zwar wesentlich kleiner als Facebook, das allein im vergangenen Quartal 1,2 Milliarden Dollar Umsatz verbuchte. Allerdings waren auch Erwartungen und Börsenbewertung bei LinkedIn nie so hoch angesetzt.

Den Ausschlag für das schnelle Wachstum bei LinkedIn gab im vergangenen Quartal das Geschäft mit Personaldienstleistungen, das sich mit 121,6 Millionen Dollar im Jahresvergleich mehr als verdoppelt hat. Bei den Einnahmen aus Premium-Accounts gab es einen Sprung von gut 80 Prozent auf 43,5 Millionen Dollar.

Das Netzwerk war vor kurzem Opfer eines Hacker-Angriffs geworden, bei dem Passwörter im Internet landeten. Nach Medienberichten könnten rund 6,5 Millionen Accounts betroffen gewesen sein. Im vergangenen Quartal habe die Aufklärung des Vorfalls bis zu einer Million Dollar gekostet, sagte Finanzchef Steve Sordello. Im laufenden Vierteljahr sollen zwei bis drei Millionen Dollar für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ausgegeben werden.

dpa

Mehr zum Thema

Berichte über geklaute Passwörter beim weltgrößten Online-Netzwerk LinkedIn haben die 150 Millionen Mitglieder aufgeschreckt. LinkedIn bestätigte bisher nur, dass einige im Netz aufgetauchte Kennwörter echt seien. Angeblich wurden fast 6,5 Millionen Datensätze entwendet.

07.06.2012
Digital Präsentations-Plattform - LinkedIn kauft SlideShare

Das weltweit größte Karriere-Netzwerk LinkedIn steht im Schatten von Facebook. Doch der US-Konkurrent von Xing hat seinen Umsatz verdoppelt und auch Geld für eine große Übernahme übrig.

04.05.2012

Facebook sollte nicht nur einer der größten, sondern auch einer der glanzvollsten Börsengänge aller Zeiten werden. Daraus wurde nichts. Selbst andere Internetfirmen litten unter dem schwachen Börsenstart.

19.05.2012
03.08.2012
Digital 306 Millionen Dollar Schadensersatz - SAP und Oracle einig in Datenklau-Streit
03.08.2012
Digital Stellenabbau geplant - Sony und Sharp machen Verluste
02.08.2012