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Digital Apple will Adressklau bei iPhones stoppen
Nachrichten Digital Apple will Adressklau bei iPhones stoppen
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13:13 16.02.2012
Das Onlinenetzwerk Path kopierte bis vor wenigen Tagen ohne Zustimmung der Nutzer komplette Adressbücher aus iPhones und iPads. Quelle: dpa
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New York

Nach einer Woche des Schweigens reagiert Apple auf die Kritik am heimlichen Kopieren von Adressdaten aus iPhones und iPads durch mehrere App-Anbieter. Künftig wird der Zugriff auf die Daten nur mit ausdrücklicher Zustimmung eines Nutzers möglich sein. „Apps, die Kontaktdaten von Nutzern ohne deren vorherige Zustimmung sammeln oder übertragen, verletzen unsere Richtlinien“, sagte ein Apple-Sprecher dem Online-Dienst CNET und dem „Wall Street Journal“-Blog „All Things Digital“ am Mittwoch.

Vor wenigen Tagen war das aufstrebende Onlinenetzwerk Path erwischt worden, dass seine iPhone-App ohne Zustimmung der Nutzer komplette Adressbücher auf die Firmenserver hochlud. Path rechtfertigte sich damit, dass auf so die Suche nach Bekannten eines jeden Nutzers bei dem Netzwerk erleichtert werde. Nach einem Aufschrei in der Fachpresse entschuldigte sich Path und holt dafür jetzt eine Zustimmung bei den Nutzern ein.

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Nach der Enthüllung untersuchten Experten auch die ausgehenden Datenströme bei anderen Diensten. Dabei entdecken sie weitere Apps, die in großem Stil auf Adressbücher zuzugreifen und sie zum Teil sogar wie Path auf ihre Server zu kopieren scheinen - ohne dass es für den Nutzer ersichtlich ist. Darunter auch populäre Dienste wie Twitter und Foursquare, die umgehend ankündigten, ihre Praxis zu ändern. Twitter hatte am Dienstag gegenüber der "Los Angelos Times" eingeräumt, Mailadressen und Telefonnumern auszulesen, wenn Nutzer in der App auf "Find Friends" klicken. Die Daten wurden laut Twitter 18 Monate auf den Servern gespeichert.

Aus Sicht der Nutzer ist vor allem problematisch, dass keiner genau weiß, ob und wo die Kontaktlisten im Netz lagern – wenn auch verschlüsselt und sicher, wie die Anbieter versichern.

Entsprechend wurde Kritik auch an Apple immer lauter, weil der Konzern den App-Entwickler zwar das unbefugte Auslesen untersagt, ihnen jedoch keine technischen Schranken gesetzt hatte. Schließlich sind viele Menschen betroffen: Path hatte Ende vergangenen Jahres rund 300.000 Nutzer - und das iOS-Betriebssystem, mit dem die iPhones und iPads sowie der iPod touch laufen, mehr als 200 Millionen.

In einer künftigen Version der Software werde - wie bereits bei Geoinformationen üblich - der Zugriff von Apps auf Kontaktlisten grundsätzlich nur mit Zustimmung des Nutzers möglich sein, sagte der Apple-Sprecher CNET. Wenige Stunden davor hatten auch US-Kongressabgeordnete von dem Unternehmen offiziell Aufklärung gefordert.

frs/dpa