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14:54 03.08.2013
Wenig Realismus, viel Spaß: Bei „Mario Kart Wii“ driftet der Fahrer durchs Comicland. Quelle: Screenshot
Hannover

Vollgas: Mit 480 Kilometern pro Stunde rast der Red Bull X2010 über die Nordkurve des Nürburgrings. In Höchstgeschwindigkeit geht es über die Döttinger Höhe, die Bäume neben der Strecke fliegen verschwommen vorbei, nach nur knapp fünf Minuten ist die 20,8 Kilometer lange „Grüne Hölle“ geschafft. 480 Kilometer pro Stunde, die Nordschleife in nur fünf Minuten? Die Zahlen muten unrealistisch an - und das sind sie auch.

Der X2010 ist nur ein fiktiver Prototyp, den Red-Bull-Technology-Leiter Adrian Newey für das Playstation-3-Rennspiel „Gran Turismo 5“ entworfen hat. Und die Zeit wurde nicht auf der echten Strecke in der Eifel gefahren, sondern im heimischen Wohnzimmer an der Spielkonsole. Rennspiele ermöglichen jedem Autoenthusiasten, derartige Fantasien auszuleben - auch wenn man weder über das Auto noch die Erlaubnis, die Fähigkeiten noch den Mut für die reale Raserei verfügt. Doch Rennspiel ist nicht gleich Rennspiel. Das Genre lässt sich in drei Kategorien unterteilen: Simulationen, Arcade-Racer und Fun-Racer.

Rennsimulationen wie „Gran Turismo 5“ oder „Forza Motorsport 4“ (Xbox 360) bilden das Renngeschehen dabei am realistischsten ab. Im Karrieremodus startet man als Nachwuchsfahrer und kann nach erfolgreichen Rennen das Fahrzeug verbessern, neue Autos kaufen und sich bei erfolgreicheren Teams bewerben. Das Besondere an Simulationen ist die realistische Fahrphysik. Zwar kann man zahllose Fahrhilfen aktivieren und mit ABS, Traktionskontrolle, Automatikschaltung und eingeblendeter Ideallinie fahren. Wenn man die Hilfen deaktiviert, ist bei Simulationen aber viel fahrerisches Können gefragt. Wer dann unpräzise lenkt oder in einer Kurve nicht stark genug bremst, fliegt von der Fahrbahn.

Bei der Entwicklung von Simulationen legen die Programmierer auch viel Wert auf realistische Fuhrparks und Rennstrecken. Die lizensierten Autos wurden extrem detailgetreu nachgebaut und lassen sich im Spiel genau inspizieren. Hunderte Fahrzeuge sind dabei: von der klapprigen „Ente“ - dem Citroën 2CV - über Luxuskarossen wie den knallroten Ferrari 458 Italia bis hin zum 634 PS starken Rennwagen McLaren F1.

Ebenso vielfältig sind die Dutzenden Strecken. Neben offiziellen Kursen wie dem Indianapolis Motorspeedway - dem Austragungsort des legendären „Indy 500“-Rennens - kann der virtuelle Rennfahrer auch durch Häuserschluchten von Großstädten wie London brettern oder Serpentinen in den Alpen erklimmen. Formel-1-Fans wird noch mehr Akribie geboten. Bei dem Spiel „F1 2012“ lassen sich virtuell die offiziellen Rennen fahren, wobei Profis detaillierte Einstellungen selbst vornehmen können - etwa bei der Radaufhängung, dem Bremsdruck oder der Reifenwahl.

Im Gegensatz zu den Simulationen legen die sogenannten Arcade-Racer mehr Wert auf Zugänglichkeit und schnellen Spielspaß. In Titeln wie „Need for Speed“ oder „Burnout“ reicht es meistens, in Kurven etwas vom Gas zu gehen - die Fahrphysik ist sehr nachsichtig. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf Action. Die Spielmodi kreisen meist um illegale Straßenrennen, die in verschiedenen Städten ausgetragen werden. Verfolgungsjagden, etwa mit der Polizei, gehören daher ebenfalls zum Repertoire dieser Spiele. Detaillierte Einstellungen beim Fahrzeug werden dabei in der Regel nicht vorgenommen. Dafür wird den Möglichkeiten zum Tuning und Aufmotzen der Autos viel Platz eingeräumt.

Noch unrealistischer, dafür aber noch spaßiger, geht es beim dritten Subgenre, den Fun-Racern, zu.

Die Rennen werden oft in unrealistischen Szenarien ausgetragen. In „WipeOut HD“ (Playstation 3) etwa rasen futuristische Fahrzeuge in höchster Geschwindigkeit zu Techno-Musik über die achterbahnartigen Kurse und sind dazu mit diversen Waffen ausgerüstet. Etwas friedlicher geht es bei „Mario Kart Wii“ zu, bei dem sich Nintendos Maskottchen auf Gokarts duellieren und mit Turbopilzen und Bananenschalen Vorteile verschaffen.

Für die großen Serien haben die Hersteller schon Fortsetzungen angekündigt: „Gran Turismo 6“ (Playstation 3), „Forza Motorsport 5“ (Xbox One), „Need for Speed: Rivals“ und „Mario Kart 8“ (Wii U) erscheinen in den nächsten Monaten.

Viele Menschen sehen fern und sind gleichzeitig im Netz unterwegs. Ein Schweizer TV-Sender nutzt diese Gewohnheit und verspricht sich auch in Deutschland Zuschauer und Nutzer.

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