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Digital Friedrich prangert obszönen Verehrer an
Nachrichten Digital Friedrich prangert obszönen Verehrer an
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13:02 23.04.2012
Hochspringerin Ariane Friedrich will zeigen, dass sie bereit ist, aktiv zu handeln.
Hochspringerin Ariane Friedrich will zeigen, dass sie bereit ist, aktiv zu handeln. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Die deutsche Hochsprung-Rekordhalterin Ariane Friedrich hat eine sexuelle Belästigung öffentlich gemacht und will Anzeige erstatten. Auf ihrer Facebook-Seite postete die Frankfurterin die E-Mail eines namentlich genannten Mannes, der ihr ein Foto seines Geschlechtsteils angeboten hat. „Ich wurde in der Vergangenheit beleidigt, sexuell belästigt, und einen Stalker hatte ich auch schon“, schrieb die 28-Jährige am Samstag zu ihrer ungewöhnlichen Aktion. „Es ist Zeit zu handeln, es ist Zeit, mich zu wehren. Und das tue ich. Nicht mehr und nicht weniger.“

Sie sei nicht mehr bereit, sich „doppelt zum Opfer zu machen und stets zu schweigen. Ich bin es schlicht leid“, begründete Ariane Friedrich das Verlassen der Anonymität. „Es gibt einfach einen Punkt, an dem Schluss ist.“ Es sei ein großer Schritt, so etwas öffentlich zu machen, „aber es ist nicht das erste Mal, dass mich persönlich so eine E-Mail erreicht“.

Bei Facebook nannte die Polizeikommissarin sogar Vornamen, Nachnamen und den Wohnort des Mannes. Dieses „Herausnehmen aus der Anonymität ist meines Erachtens ein Mittel, um zu verdeutlichen, dass ich bereit bin, aktiv zu handeln“. Es sei ein großer Schritt, „solch eine unverschämte E-Mail öffentlich zu machen“.

Auf ihrer Facebook-Seite erhielt die Hallen-Europameisterin von 2009 viel Zuspruch für ihre „mutige“ Aktion - aber auch Kritik. Von „Lynchjustiz“ und „Denunziantentum“ ist die Rede. „Wie soll man verhindern, dass Spammailversender Emailadressen von Unbeteiligten als Antwortadresse missbrauchen?“, fragte ein User. Ein anderer: „Wer sagt Ihnen oder den mitlesenden das der Name und der Wohnort zu dem wahren Täter gehören?“

Ihr Manager und Trainer Günter Eisinger bestätigte den Vorgang, sagte aber: „Das Thema hat nichts mit der Öffentlichkeit zu tun.“ Eisinger befürchtet, dass sich der Vorfall störend auf die Olympia-Vorbereitung seiner Athletin auswirkt.

Zuletzt war das Erfolgsduo 17 Tage lang im Trainingslager in Pretoria/Südafrika. „Das Training läuft wunderbar, aber Ariane muss das erst wieder umsetzen und den Kopf frei haben“, meinte Sportlehrer Eisinger. „Wir können keine Stressfaktoren gebrauchen.“ Nach einem Achillessehnenriss feierte die 2,06-Meter-Springerin nach langer Zwangspause erst in dieser Hallensaison ihr Comeback, hatte aber noch Mühe, Anschluss an die Weltklasse zu finden.

dpa/kas

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