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Digital Google weiß, wann ihr Toast verbrennt
Nachrichten Digital Google weiß, wann ihr Toast verbrennt
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22:00 14.01.2014
Nun unter Google-Kontrolle: Ein Thermostat der Firma Nest. Quelle: dpa/Archiv
Hannover

Für umgerechnet 2,3 Milliarden Euro übernimmt der Suchmaschinenanbieter die Firma Nest, die mit dem Internet verbundene Thermostate und Rauchmelder für die heimischen vier Wände herstellt. Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar, zuständig für die Kontrolle von Google Deutschland, warnte gestern gegenüber der HAZ, Google ermögliche der Zukauf einen „Blick ins Wohnzimmer und hinter all die vielen verschlossenen Türen einer Wohnung“.

Nest stellt Thermostate her, die sich automatisch an die Gewohnheiten der Bewohner anpassen. Sie senken die Temperatur, wenn niemand zu Hause ist, und lassen sich vom Smartphone aus steuern. Eine Vielzahl von Sensoren messen nach Angaben der Homepage Temperatur, Bewegungen, Helligkeit und Luftfeuchtigkeit und errechnen, ob jemand zu Hause ist und in welchem Raum er sich aufhält. Das Unternehmen speichert die Daten und wertet sie aus. Bald sollen die Geräte auch in Europa erhältlich sein.

Google sammelt schon heute unzäh­lige Daten – etwa durch Suchanfragen, seinen E-Mail-Dienst und Android-Smartphones. Datenschützer Caspar befürchtet, dass der Konzern mit dem Einstieg in das neue Geschäftsfeld noch mehr Einblicke in das Alltagsverhalten seiner Nutzer erhalten könnte, wenn Daten aus dem Haushalt künftig mit denen anderer Google-Dienste verknüpft würden. „Diese Datenlawine in der Hand ­eines Unternehmens wie Google würde künftig Zuordnungen und Profilbildungen ermöglichen, die in ihrer Schärfe über die heutigen Möglichkeiten weit ­hinausgingen.“ Mit der Vernetzung von Haushaltsgeräten würden „Daten über das reale Leben der Nutzer zugänglich“. Caspar warnt zudem vor dem Zugriff durch US-Dienste. „Nach den Snowden-Enthüllungen wissen wir, dass solche Daten auch für US-Geheimdienste auswertbar sind.“ Nest versicherte gestern per Blog, es sei nicht geplant, die Daten an Google weiterzugeben. Die Firma werde weiter von Firmengründer Tony Fadell geführt, einem der Väter des ­Apple-Musikplayers iPod.

Der neue netzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lars Klingbeil, sieht angesichts der Google-Übernahme Handlungsbedarf. „Wir müssen endlich gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, damit die Nutzer wissen und selbst darüber bestimmen können, was wer wo über sie speichert“, sagte Klingbeil der HAZ. Dies sei eine der größten Aufgaben der neuen Bundesregierung in der Netzpolitik.

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