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Digital Google+ lockert Zwang zu Klarnamen
Nachrichten Digital Google+ lockert Zwang zu Klarnamen
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20:52 24.01.2012
Google+ hat mittlerweile mehr als 90 Millionen Mitglieder weltweit.
Google+ hat mittlerweile mehr als 90 Millionen Mitglieder weltweit. Quelle: Screenshot/Google
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Los Angeles

Mehrere Monate hatte sich Google beharrlich geweigert, der Kritik nachzugeben – jetzt lenkte der Konzern in der Debatte um Klarnamen ein: Mitglieder von Google+ können künftig Spitznamen und Pseudonyme und verwenden. Ganz verabschieden will sich Google von dem Klarnamenzwang aber nicht: Pseudonyme dürften lediglich als Zusatz zum realen Namen geführt werden, schreibt Google-Manager Bradley Horowitz im Firmenblog. Auch das Hinzufügen den Geburtsnamen sowie die Namensanzeige in andern Schriften seien künftig möglich. Die neue Namensregel, die auch bei anderen Google-Diensten greifen soll, werde in den kommenden Tagen umgesetzt.

Mit dem Zwang zu Klarnamen hatte Google heftige Kritik unter Netzaktivisten hervorgerufen. Sie warfen dem Unternehmen vor, mit der Namenspolitik die Idee eines freien und anonymen Internets zu untergraben. Und diese Kritiker dürfte die neue Namensregel kaum zufriedenstellen. Denn Google behält sich weiter vor, bestimmte Pseudonyme zu überprüfen und zu blockieren. Wer also einen ungewöhnlichen Spitznamen hat, muss Google möglicherweise beweisen, dass sich der Namenszusatz bereits etabliert hat. „Sie können uns Information schicken, die Ihre etablierte Identität belegen", schreibt Horowitz. Dies könnten Zeitungsartikel oder eingescannte Dokumente wie ein Führerschein sein. Man werde die Informationen prüfen und sich im Regelfall innerhalb weniger Tage melden.

Google dürfte sehr wohl bewusst sein, dass die Kritik im Netz kaum verstummen dürfte. Und so erklärt Horowitz, dass die neue Namensregel nur ein erster Schritt sei – und man weiter den engen Kontakt zur Google+-Community suchen werde.

frs

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