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Digital Hacker greifen Twitter an
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12:05 02.02.2013
Auf den Kurznachrichtendienst Twitter ist ein Hack-Angriff verübt worden.
Auf den Kurznachrichtendienst Twitter ist ein Hack-Angriff verübt worden. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Washington

Die großen US-Zeitungen sehen sich im Visier chinesischer Hacker. Auch die „Washington Post“ räumte nun einen mehrere Jahre zurückliegenden Angriff vermutlich aus China ein. Wenige Tage zuvor hatten auch die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ von Attacken berichtet, hinter denen chinesische Hacker-Gruppen vermutet werden.

In einem nach bisherigen Informationen damit nicht zusammenhängenden Fall berichtete auch der Kurzmitteilungsdienst Twitter am Samstag von einem derartigen Einbruch. Dabei seien möglicherweise Daten von rund 250.000 Nutzern erbeutet worden.

Der Angriff bei der „Washington Post“ sei bereits 2011 entdeckt und gestoppt worden, berichtete die Zeitung am Samstag. Die Eindringlinge seien wohl seit 2008 oder 2009 unbemerkt im Computer-Netzwerk unterwegs gewesen, hieß es unter Berufung auf unterrichtete Personen. Dabei hätten sie wahrscheinlich auch Administrator-Passwörter gestohlen, die ihnen weitreichenden Zugang zu allen Systemen gewährt hätten. Es sei unklar, ob und welche Informationen gestohlen worden seien.

Die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ hatten jüngst ebenfalls von höchstwahrscheinlich aus China geführten Hacker-Attacken im vergangenen Jahr berichtet. Die „New York Times“ entdeckte den Einbruch nach etwa sechs Wochen und ließ die Angreifer rund vier Monate agieren, um sie auszuspähen.

Die Attacken ereigneten sich, als die Zeitungen an Berichten über das Vermögen von Familien führender chinesischer Politiker arbeiteten. Die Behörden in China weisen die seit Jahren andauernden Vorwürfe der Cyberspionage stets zurück.

Die „Washington Post“ räumte den Angriff erst ein, nachdem der IT-Sicherheitsexperte Brian Krebs in seinem Blog darüber berichtet hatte. Er behauptete darin auch, dass die Zeitung einen Server zur Auswertung US-Behörden überlassen habe. Eine Sprecherin der Zeitung erklärte, dazu sei es nicht gekommen.

Wer diese Woche hinter dem Angriff auf Twitter steckte, ist unklar. „Die Attacke war kein Werk von Amateuren“, schrieb IT-Sicherheitschef Bob Lord in einem Blogeintrag. Er glaube auch nicht an einen Einzelfall. Die Angreifer könnten sich Zugang zu Informationen von rund 250 000 Nutzern verschafft haben.

Darunter könnten Nutzernamen, E-Mail-Adressen und verschlüsselte Passwörter sein. Als Sicherheitsmaßnahme habe Twitter die Passwörter der betroffenen Accounts zurückgesetzt. Twitter hat rund 300 Millionen Nutzer; das bisher bekannte Ausmaß des Einbruchs wäre damit verhältnismäßig gering.

Twitter habe in dieser Woche verdächtige Aktivitäten bemerkt und bei einer Überprüfung die Cyber-Attacke entdeckt, erläuterte Lord. Der Kurznachrichtendienst war Mitte der Woche für mehrere Stunden weitgehend ausgefallen. Es ist unklar, ob die Störung etwas mit der Attacke zu tun hatte. 

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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