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Digital Hassrede: Facebook sperrt Konten von Extremisten
Nachrichten Digital Hassrede: Facebook sperrt Konten von Extremisten
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09:10 03.05.2019
Facebook sah sich zuletzt wachsendem Druck ausgesetzt, mehr gegen Hassrede zu unternehmen. Quelle: Richard Drew/AP
San Francisco

Wegen der Verbreitung von Hass und Gewalt hat Facebook in den USA die Konten mehrerer Extremisten gesperrt. Betroffen sind der Anführer der Bewegung Nation of Islam, Louis Farrakhan, sowie mehrere Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretiker wie Alex Jones inklusive seiner Webseite „Infowars“, Paul Nehlen, Milo Yiannopoulos, Paul Joseph Watson und Laura Loomer.

Jones war von Facebook 2018 für 30 Tage gesperrt worden, das jetzt verhängte Verbot seiner Aktivitäten und der des rechten Onlineportals „Infowars“ ist permanent. Auf Twitter ist Jones bereits seit 2018 permanent gesperrt.

Seit April geht Facebook gegen weißen Nationalismus vor

Unklar blieb, was am Donnerstag zum Vorgehen Facebooks führte. Das Unternehmen erklärte lediglich, „der Prozess der Überprüfung potenzieller Verstöße ist aufwendig und das ist es, was uns zu der Entscheidung gebracht hat, die Konten heute zu entfernen.“

Facebook und andere soziale Medien sind seit einiger Zeit – in den USA vor allem seit dem Gewaltexzess weißer nationalistischer Rassisten in Charlottesville 2017 – unter Druck, gegen die Verbreitung von Hassreden und extremistischen Inhalten einzuschreiten. Im April fügte Facebook ausdrücklich die Verbreitung und Unterstützung von weißem Nationalismus und weißem Separatismus als Tatbestände hinzu. Solches Material wurde bis dahin zugelassen, obwohl weiße Suprematisten schon seit einiger Zeit gesperrt sind.

Weiterer „Infowars“-Autor gesperrt

Mit Nehlen traf es nun einen weiteren Rassisten. Neben Jones, der diverse Verschwörungstheorien von einer Mitwirkung der US-Regierung an den Terroranschlägen am 11. September 2001 bis zum Amoklauf an einer Grundschule mit 20 getöteten Kindern verbreitet hatte, wurde auch dessen „Infowars“-Autor Watson gesperrt. Yiannopoulos, Exredakteur des US-Portals Breitbart und Unterstützer der Wahlkampagne von Donald Trump, antwortete auf eine Anfrage zur Facebook-Entscheidung per E-Mail nur: „Ihr seid die nächsten.“

Jones erklärte in einem Livestream auf seiner Infowars-Seite: „Sie haben mich nicht nur verboten. Sie haben uns diffamiert. Warum macht (Facebook-Gründer Mark) Zuckerberg das auch noch?“ Er sei ein Opfer von Gaunereien und Kartellen. „Mann, da ist eine neue Welt jetzt, sie verbieten jeden und sagen dann dem Kongress, niemand wird verboten.“ Watson twitterte, er habe keinen Anlass gegeben, ihn zu sperren. Farrakhan, Nehlen und Loomer antworteten zunächst nicht auf Anfragen.

Von RND/dpa

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