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Digital IS-Hacker legen französischen TV-Sender lahm
Nachrichten Digital IS-Hacker legen französischen TV-Sender lahm
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19:10 09.04.2015
Nichts ging mehr bei der Sendergruppe TV5 Monde. Quelle: afp
Paris

Programme konnten in der Nacht auf Donnerstag nicht ausgestrahlt werden und auf der Website sowie den Facebook- und Twitterseiten des Senders wurden Drohungen der Dschihadisten-Gruppe Islamischer Staat (IS) gegen Frankreich gezeigt. Laut dem französischen Innenminister Bernard Cazeneuve deutet vieles auf einen "Terrorakt" hin.

Der Hacker-Angriff begann am Mittwochabend um 22 Uhr. Auf einen Schlag waren anstelle des üblichen TV5Monde-Programms nur noch schwarze Fernsehbildschirme zu sehen. Erst gegen 5 Uhr morgens konnte der Sender, der in mehr als 200 Staaten und Regionen ausgestrahlt wird und wöchentlich 35 Millionen Zuschauer hat, wieder eigene Bilder senden.

Die Hacker kaperten auch die Internetauftritte des Senders, der von öffentlich-rechtlichen Sendern in Frankreich, Belgien, Kanada und der Schweiz betrieben wird. Auf der Facebook-Seite von TV5Monde wurden Dokumente veröffentlicht, bei denen es sich um Ausweise und Lebensläufe von Familienmitgliedern von französischen Militärangehörigen handeln soll, die an Einsätzen gegen den IS beteiligt sind.

Warnung auf Facebook

"Soldaten Frankreichs, haltet euch vom Islamischen Staat fern!", warnten die Hacker auf Facebook. "Ihr habt die Chance, das Leben eurer Familie zu retten, nutzt sie." Das "CyberKalifat" suche derzeit nach den "Familien der Militärs, die sich an die Amerikaner verkauft haben".

Die Hacker warfen Frankreichs Staatschef François Hollande vor, mit der Beteiligung an dem Militäreinsatz der US-geführten Koalition gegen den IS im Irak und in Syrien einen "unverzeihlichen Fehler" begangen zu haben. "Darum haben die Franzosen die Geschenke bei 'Charlie Hebdo' und Hyper Cacher erhalten", hieß es in Anspielung auf die islamistische Anschlagsserie von Paris Anfang Januar mit 17 Todesopfern.

Attacke erfolgte über soziale Netzwerke

In der Nacht konnte TV5Monde die Kontrolle über seine Facebook- und Twitterseiten wiedergewinnen. Die Homepage des Senders war am Donnerstag nach Mittag wieder zugänglich. Der Sendebetrieb des Fernsehens lief erst ab dem späten Nachmittag wieder normal. Senderchef Yves Bigot sprach von einer "in der Fernsehgeschichte beispiellosen" Attacke. Der Cyber-Angriff sei "extrem gezielt und mächtig" gewesen. Demnach attackierten die Hacker den Sender über die sozialen Netzwerke.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls verurteilte die Attacke als "inakzeptablen Angriff auf die Informations- und Meinungsfreiheit". Am Donnerstagmorgen besuchten Innenminister Bernard Cazeneuve, Außenminister Laurent Fabius und Kulturministerin Fleur Pellerin den Sitz von TV5Monde in Paris. Cazeneuve sagte, es seien Ermittlungen zu dem Hacker-Angriff eingeleitet worden. "Wir haben es mit entschlossenen Terroristen zu tun." Pellerin rief andere Medien zur "Wachsamkeit" auf, ähnliche Attacken seien nicht auszuschließen.

Internationale Medien schon öfter Ziel von Hackern

Frankreich nimmt als Teil einer internationalen Koalition am Militäreinsatz gegen die sunnitischen IS-Extremisten im Irak und in Syrien teil. Am frühen Donnerstagmorgen waren auf den Twitter- und Facebook-Seiten des Senders keine IS-Forderungen mehr zu sehen. Auf der TV5-Webseite stand lediglich eine Wartungsmeldung.

Medien wie die "New York Post", der "Boston Globe" oder die britische Zeitung "The Independent" waren in den vergangenen Monaten häufiger Ziel von Hackerangriffen. Zu einigen der Attacken hatte sich allerdings die Gruppe "Syrian Electronic Army" bekannt, die der syrischen Regierung nahesteht. Bei Angriffen auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo", einen jüdischen Supermarkt und eine Polizistin waren im Januar in Frankreich 20 Menschen getötet worden, darunter die Terroristen. Einer der Attentäter hatte angegeben, er habe Instruktionen vom sogenannten Islamischen Staat erhalten.

afp/dpa

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