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“Lonely Mountains: Downhill” – Glück im Joystick

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21:19 21.10.2019
Hier geht es nicht nur um Bestzeiten: Das Fahrradspiel „Lonely Mountains: Downhill“. Quelle: Megagon Industries
Hannover

Es gibt Spiele, die müssen gespielt werden. Nur mit Maus oder Gamepad in der Hand wird ihr Reiz verständlich. Sonst wirken sie dumm, banal oder unoriginell. Genau deswegen ist es schwierig, den Reiz von „Lonely Mountains: Downhill“ zu erklären. Es ist ein Spiel mit einer Allerweltsidee, hübscher Grafik und einem nichtssagenden Namen.

Das Spielprinzip ist simpel: mit einem Mountainbike den Berg herunterfahren. Auf dem Weg müssen die Radler mehrere Messpunkte passieren. Unterwegs jagen sie nicht nur Bestzeiten, sondern auch neue Inhalte. Wenn sie eine Strecke besonders schnell hinunterfahren oder besonders sicher, dann können sie weitere Strecken freischalten oder Fahrräder oder Outfits. Eine Handvoll Berge hat das Spiel, jeweils mit mehreren Strecken. Jede hat ihre eigene Onlinebestenliste.

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Der Spaß bleibt nicht auf der Strecke

In dieser Beschreibung geht aber das Wichtigste verloren. Warum macht es Spaß? Das merken Spieler schnell, wenn sie den Controller in die Hand nehmen. Entwickelt wurde „Lonely Mountains“ von dem Berliner Entwicklerduo Megagon Industries. Sie wollten ein einfaches Sportspiel mit wenig Brimborium und viel Realismus inszenieren. Dafür mussten sie ihr System zur Simulation physikalischer Vorgänge selbst schreiben. Das klingt nicht nur kompliziert, das war es auch.

Das Ergebnis aber steuert sich simpel. Jeder kann es lernen, auch ohne Vorkenntnisse. Gelenkt wird mit dem Joystick. Dazu gibt es je einen Knopf zum Bremsen, zum Strampeln und zum Sprinten. Den ersten Berg hinunterzukommen, ist auch für Grundschüler und Senioren ohne Vorkenntnisse einigermaßen simpel. Auf der ersten Fahrt werden zudem weder Zeit noch Stürze gezählt – das entspannt und steigert die Freude am Entdecken.

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Steile Berge und realistische Steuerung

Selbst Einsteiger spüren die größte Stärke des Spiels, noch bevor sie die erste Ziellinie sehen. Das Geheimnis liegt in den Details der Steuerung. Wie genau und augenblicklich der Fahrer auf jede Bewegung des Joysticks reagiert, wie realistisch er auf den schiefen Trampelpfaden sein Gewicht verlagert, wie die Reifen hörbar durch den Matsch rutschen, das fühlt sich gut an. Sofort haben Spieler das Gefühl, alles zu kontrollieren. Sie spüren, dass sich jedes Daumenzucken auf dem Bildschirm wiederfindet. Dass sie trotzdem ständig stürzen und gegen Bäume rauschen, wird dann zum Teil der Herausforderung. Mit dem Fahrrad zu fahren ist leicht. Schwierig sind die Strecken.

Der erste Berg von „Lonely Mountains“ erinnert an die Alpen. Auch hier sind die Klippen steil, aber bis auf ein paar Hopser über malerische Wasserfälle bleibt die Abfahrt idyllisch. Später kommen schroffere Berge auf die Spieler zu. Hier müssen sie sich immer wieder ins Ungewisse stürzen, müssen sich jede Abkürzung merken und jeden Busch einprägen, um eine Strecke wirklich zu meistern. Aber im Kern macht es immer Spaß. Denn jedes Mal spüren die Spieler, dass sie es schaffen können. Vielleicht schon beim nächsten Mal.

„Lonely Mountains: Downhill“ ist für PC, PS 4 und Xbox One ab dem 23. Oktober erhältlich. Eine Version für Switch erscheint später.

Von Jan Bojaryn/RND

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