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Nachrichten Digital Daran erkennen Sie einen guten Streaming-Dienst
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10:01 08.06.2015
Musiksammlungen befinden sich mittlerweile nicht mehr im Regal, sondern in der Cloud. 
Musiksammlungen befinden sich mittlerweile nicht mehr im Regal, sondern in der Cloud.  Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa (Symbolfoto)
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Vor fünf Jahren wusste mit dem Thema Musikstreaming kaum jemand etwas anzufangen. Inzwischen sind Spotify, Simfy, Deezer und Co. ein Massenphänomen. Bei diesen Diensten wird die Musik nicht auf CD gekauft oder als Datei heruntergeladen, sondern aus dem Netz gestreamt – zu einem monatlichen Festpreis. 2014 hörte laut einer Umfrage des IT-Verbandes Bitkom schon knapp jeder dritte Internetnutzer seine Musik per Stream – Tendenz steigend. „Der Markt wächst sogar noch schneller, als wir es ursprünglich prognostiziert hatten“, sagt auch Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei der Unternehmensberatung Pricewaterhousecoopers. Musikfans müssen in diesem wachsenden Markt den Überblick behalten. Acht Tipps, wie man das richtige Angebot findet.

Unterschiede bei der Bedienung

Ein Test der Zeitschrift Computerbild zeigt: Die populären Songs und Alben bekommt man fast überall, nur bei exotischeren Titeln wie Jazz oder Hörbüchern sind manche Anbieter besser als andere. Unterschiede gibt es beim Drumherum, also zum Beispiel bei der Bedienung oder der Einbindung sozialer Netzwerke. Welcher Anbieter da am besten abschneidet, ist Geschmackssache. Alle Streamingdienste bieten eine Testphase zum kostenlosen Ausprobieren.

Deals mit Mobilfunkfirmen

„10 Euro pro Monat haben sich inzwischen als Standardpreis herauskristallisiert“, sagt Werner Ballhaus. Günstigere oder kostenlose Angebote, die sich über Werbung finanzieren, gibt es auch – aber nicht bei allen Anbietern. Viele Streamingdienste haben außerdem Deals mit Mobilfunkprovidern sowie Smartphone- und Autoherstellern abgeschlossen. Wer hier ohnehin schon Kunde ist, erhält den Zugang zum Streamingdienst gratis oder günstiger.

Legal und illegal

Wer sichergehen will, bei einem legalen Dienst zu landen, kann auf das „Playfair“-Siegel der gleichnamigen Initiative der Musikindustrie achten. Werner Ballhaus rechnet damit, dass Musikstreaming langfristig für eher weniger Piraterie sorgen wird: „Das Geschäftsmodell ist auch für viele Verbraucher interessant, die bisher noch nicht für Musik gezahlt haben.“

Unterwegs streamen

Um Spotify und Co. mobil auf dem Smartphone nutzen zu können, braucht man eine passende Surf-Flatrate. Experten des Portals Teltarif.de sprechen von Anforderungen im Gigabytebereich. Ohne zuverlässiges Mobilfunknetz hilft aber auch das nicht weiter. Die Alternative ist der Offlinemodus vieler Dienste: Damit lassen sich die Songs für unterwegs im heimischen WLAN herunterladen. Dafür braucht das Smartphone allerdings viel Speicherplatz oder eine große SD-Karte.

Musik hören auf verschiedenen Kanälen

Die meisten Dienste erlauben es, von mehreren Geräten aus auf die Musiksammlung zuzugreifen. Schließlich haben neben Smartphone, Tablet und PC inzwischen auch viele Fernseher und andere Geräte einen
Internetzugang. Weil sich die meisten Streamingdienste über einen herkömmlichen Browser abrufen lassen, sind dem Zugriff fast keine Grenzen gesetzt. Bequemer sind lediglich Apps für Smartphones, Fernseher und Spielkonsolen. Auch viele AV-Receiver und Kompaktanlagen können mittlerweile streamen.

Ein Account für die ganze Familie

Weil die Anbieter Mehrfachnutzung erlauben, können sich Familien oder Paare theoretisch auch einen Account teilen. Die meisten Anbieter erlauben zwar mehrere Geräte, aber keinen gleichzeitigen Zugriff. Hört einer der Nutzer gerade Musik, müssen die anderen daher in den Offlinemodus wechseln.

Orientierung in Playlists

20 bis 30 Millionen Songs haben die meisten Dienste inzwischen in der Bibliothek. Da das richtige Lied zu finden ist oft gar nicht so leicht. Viele Dienste versuchen daher, den Hörer mit der Nase auf potenzielle Lieblingslieder zu stoßen – entweder über Computeralgorithmen im Stil von Onlineshops oder über eine Redaktion. Andere Anbieter setzen eher auf Playlists, die Nutzer miteinander oder in sozialen Netzwerken teilen können.

Nicht austricksen lassen

Einmal anmelden und dann rundum sorglos Musik hören? Von wegen! 2014 beklagte der Bundesverband der Verbraucherzentralen nach einer Untersuchung schwere Versäumnisse in den allgemeinen Geschäftsbedingungen vieler Streaminganbieter, auch bei Musik. Bemängelt wurden etwa unvollständige Kontaktdaten oder Schlamperei beim Datenschutz. Ein Blick ins Kleingedruckte lohnt sich. Wichtig ist zum Beispiel, wie die Kündigung funktioniert und ob sich der Anbieter selbst erlaubt, Preise und Angebot einfach so zu ändern.

Nur noch hören, was einem gefällt

Mixradio ist ab sofort nicht mehr exklusiv für Windows Phone, sondern auch für Android- und Apple-Geräte verfügbar. Der von Nokia ins Leben gerufene und später von Microsoft an den Messenger Line verkaufte Streamingdienst ist ein Musikstreckenradio.

Im Gegensatz zu anderen Streamingdiensten bietet MixRadio keine ganzen Alben, sondern stellt nach Interessen und Musikfarben geordnete Playlists zusammen. Dazu können Nutzer aus einer Liste von Genres wählen und die Auswahl durch Markieren einzelner Bands präzisieren. Je länger der Dienst genutzt wird und Songs bewertet werden, desto mehr passt sich die Musikauswahl dem eigenen Geschmack an. Zum Katalog gehören mehr als 35 Millionen Lieder.

dpa

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