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Digital Oberster Datenschützer kritisiert Couchsurfing
Nachrichten Digital Oberster Datenschützer kritisiert Couchsurfing
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14:58 13.09.2012
Deutschland zählt nach den USA die meisten der in über 90 000 Städten aktiven Couchsurfing-User. Quelle: dpa
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Berlin

Die neuen Nutzungsbedingungen erlauben dem 4,8 Millionen Mitglieder zählenden Netzwerk, private Nutzerdaten und Fotos künftig an Dritte weiterzugeben und nahezu unbegrenzt zu verwenden. „Die Nutzerinnen und Nutzer werden durch die neuen Nutzungsbedingungen genötigt, auf jegliche Kontrolle über ihre Daten zu verzichten“, erklärte Schaar. Dies sei inakzeptabel und nach deutschem und europäischen Datenschutzrecht unzulässig. Dieses kommt im Fall Couchsurfing nicht zur Anwendung, weil das Unternehmen seinen Sitz in den USA hat. Ein Entwurf der Europäischen Kommission sieht aber vor, strenge Grundsätze des Datenschutzrechts künftig auch für Nicht-EU-Staaten gelten zu lassen. Die deutschen Behörden könnten derzeit nicht mehr unternehmen, als die verantwortliche Aufsichtsbehörde in den USA über den Fall zu informieren, sagte eine Sprecherin Schaars.

Zahlreiche Nutzer reagierten verärgert und kündigten an, ihre Konten zu löschen und zu anderen Anbietern zu wechseln. „Es ist eine Schande“, twitterte ein Couchsurfer. Die neuen Bedingungen seien nicht mehr durchschaubar, sagte ein Nutzer auf dpa-Nachfrage, zumal die Betreiber die Nutzer über alle weiteren Änderungen beim Datenschutz künftig nicht mehr informieren müssen. Die Betreiber der Seite waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

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Deutschland zählt nach den USA die meisten der in über 90 000 Städten aktiven Couchsurfing-User. Weil die fast anonyme gegenseitige Unterbringung im eigenen Zuhause viel Vertrauen erfordert, erstellen die Mitglieder häufig detaillierte Profile, die Namen, Adresse, Telefonnummer, Alter, Beruf und Fotos umfassen.

dpa/frs