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Digital Streit um Assange geht weiter
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09:15 20.06.2014
Schon zwei Jahre: Wikileaks-Gründer Julien Assange befindet sich immer noch in der Botschaft Ecuadors in London. Quelle: dpa
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London

Zwei Jahre nach der Flucht des Internet-Rebellen und Wikileaks-Gründers Julian Assange in die Londoner Botschaft Ecuadors fühlt sich der Australier weiterhin verfolgt. Seine Familie werde bedroht, einige Familienmitglieder müssten unter falschem Namen leben, sagte Assange am Donnerstag vor einer Gruppe von Journalisten in London. Gegen seine Kinder, die er seit vier Jahren nicht mehr gesehen habe, gebe es Todesdrohungen. Es gebe ein „ernsthaftes Risiko“, dass er in die USA abgeschoben werden solle, sollte er die Botschaft im Zentrum Londons verlassen, fügte Assange hinzu.

Julian Assange war am 19. Juni 2012 in die Botschaft Ecuadors geflohen, um sich einer Festnahme durch die britische Polizei und einer Auslieferung nach Schweden zu entziehen. Dort soll er wegen des Verdachts verhört werden, Sexualstraftaten begangen zu haben. Assange bestreitet die Vorwürfe und hält sie für einen Vorwand, ihn von Schweden, wo ein EU-weiter Haftbefehl gegen ihn ergangen ist, in die USA abzuschieben. Die Plattform Wikileaks hatte mit ihren Enthüllungen vor allem die USA in Erklärungsnot gebracht.

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Britische Medien empören sich seit Tagen über die hohen Sicherheitskosten für den inzwischen zwei Jahre dauernden Aufenthalt. Die Bewachung der Botschaft Ecuadors hat einer Berechnung der Londoner Polizei Scotland Yard zufolge bisher knapp 6,4 Millionen Pfund (rund acht Millionen Euro) gekostet.

Eine Arbeitsgruppe aus Diplomaten Ecuadors und Großbritanniens, die nach einer Lösung für das Problem Assange suchen sollte, wurde noch vor ihrer offiziellen Gründung wieder aufgelöst. Assanges Anwältin Jennifer Robinson erklärte jedoch, man wolle auf der Grundlage „neuer Informationen“ einen erneuten Versuch unternehmen, das Verfahren in Schweden voranzubringen. Ecuadors Außenminister Ricardo Patino sicherte Assange indes zu, sein Land werde den Australier weiterhin beschützen. Assange könne in der Botschaft bleiben, „solange Julian möchte“, sagte Patino.

dpa

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