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Digital Student veralbert Nazis mit Katzenbildern
Nachrichten Digital Student veralbert Nazis mit Katzenbildern
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20:26 16.09.2015
Foto: Bild-Collage aus mehreren Memes der Seite "Katzen gegen Glatzen"
Katzen gegen Glatzen: Ein Student aus Baden-Württemberg beantwortet Hasskommentare auf Facebook mit Cat-Content. Quelle: Katzen gegen Glatzen/Facebook
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Hannover

Wenn es nach Facebook geht, werden fremdenfeindliche Kommentare auf seinen Seiten in der Regel nicht gelöscht. Stattdessen sollen die Nutzer mit den Verfassern diskutieren. Counter Speech nennt Facebook das. Der 27-jährige Student Philipp aus Pforzheim in Baden-Württemberg hält nichts davon. "Wir sollten mit Rassisten nicht reden", sagt Philipp. "Es ist sinnlos."

Philipp will die Hass-Kommentare aber auch nicht umkommentiert lassen. Er macht sich deshalb über die Verfasser lustig – mit sogenannten Memes: Er nimmt einen rassistischen Kommentar, ergänzt ihn um ein Katzenbild und legt dem Tier etwas in den Mund. Zum Beispiel: "Der Nazi nennt sich Patriot und ist so schlau wie Roggenbrot." Oder: "So ein bisschen doof ist ja niedlich ... aber du bist einfach zu süß."

Das macht der Student schon seit Anfang des Jahres auf seiner Facebook-Seite "Katzen gegen Glatzen". Dass er damit den Hass von Rassisten verniedlicht, glaubt er nicht. "Ich zeige, wie lächerlich ihre Meinungen sind." Und kein Tier eigne sich dafür besser: "Als weltweit beliebtestes Haustier und ikonisches Internet-Maskottchen stehen Katzen für die Werte einer friedlichen, multikulturellen Gesellschaft."

Die Idee dazu hatte Philipp, als ihn ein befreundeter Autor um etwas Aufmunterung bat. Der Mann hatte in Sachsen-Anhalt aus seinem Buch vorgelesen. "Keine zehn Zuhörer, ganze zwei verkaufte Bücher, zwei Arbeitstage verloren und überall Glatzen gesehen. Ich brauche jetzt Cat-Content, sonst ist mein Abend versaut", schrieb er, und Philipp postete daraufhin ein Katzenbild auf der Facebook-Seite des Freundes.

Manchmal diskutiert der Student aber auch mit den Verfassern der fremdenfeindlichen Kommentare, die Dialoge laufen allerdings nicht so ab, wie es sich Facebook wahrscheinlich vorstellt. Einmal zum Beispiel wurde Philipp ein Foto zugeschickt, auf dem eine Katze mit einer Pistole bedroht wird. Darunter stand: "Feiges Arschloch, weisst du was ich mit deinen scheiß Katzen machen würde?" Der Student antwortete mit einem anderen Bild: Es zeigt einen Puma als Scharfschützen mit einem großkalibrigen Gewehr. "Je mehr sie mich bedrohen, umso mehr mache ich mich über sie lustig", sagt er.

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