Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Digital Zeichnet WhatsApp Telefonate auf?
Nachrichten Digital Zeichnet WhatsApp Telefonate auf?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:49 29.04.2015
Die Nutzer der neuen WhatsApp-Funktion würden nicht über das Mitschneiden und Speichern der Gespräche informiert, heißt es in dem Bericht.
Die Nutzer der neuen WhatsApp-Funktion würden nicht über das Mitschneiden und Speichern der Gespräche informiert, heißt es in dem Bericht. Quelle: dpa
Anzeige

Kaum hat WhatsApp seine lang erwartete Telefonie-Funktion eingeführt, hat der Kurznachrichtendienst den ersten handfesten Datenschutzskandal am Hals: Laut Bericht des bekannten Technik-Bloggers Jens Herforth zeichnet WhatsApp die Gespräche auf und speichert die Aufnahme in Dateien auf dem Gerät der Nutzer. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

Laut Herforth soll es sich bei den lokal gespericherten Daten um Tonaufnahmen handeln, die leicht auf dem Gerät zu finden und ebenfalls leicht zu entpacken seien: "Es wirkt eher so, als sei die Aufnahmefunktion ein Feature, welches noch nicht vollständig integriert wurde. Vielleicht sollen diese Dateien auch eigentlich direkt wieder gelöscht werden. Fakt ist nach aktuellem Stand (Version 2.12.45*** [in einer vorherigen Version des Artikels war von Version 2.15.45*** die Rede; der Autor hat das korrigiert. d. Red.], dass WhatsApp jedes geführte Telefonat über WhatsApp Calls lokal abspeichert." Somit wäre es Dritten möglich, die aufgezeichneten Gespräche abzuhören und zu missbrauchen. Zuerst berichtete Spiegel Online über die Enthüllung, die bislang noch nicht eingehender überprüft wurde. Auch der Technik-Blogger Caschy konnte mit dieser Version der App die aufgezeichneten Gespräche aufspüren und den Bericht bestätigen.

Die Nutzer der neuen WhatsApp-Funktion würden nicht über das Mitschneiden und Speichern der Gespräche informiert, heißt es in dem Bericht. Laut Spiegel Online verstößt diese Funktion gegen deutsche Datenschutzgesetze. In der neuen Beta-Version der App ist die Funktion laut Herforth nicht mehr enthalten. Wann diese derzeitige Testversion als offizielle Vollversion auf den Markt kommen soll, ist unklar.

WhatsApp weist Vorwürfe zurück

Nach einem Bericht von Heise online weist der WhatsApp-Hersteller die Vorwürfe zurück. Demnach handele es sich bei der problematischen Version um eine interne Version, die nicht offiziell zum Download angeboten worden sei. Allerdings sei diese sogenannte "Build"-Version ins Internet durchgesickert und könne dort an verschiedenen Stellen heruntergeladen werden. Die offizielle Version "schneidet keine deiner Telefonate mit – jeder Bericht der das behauptet, ist falsch." Mit diesen Worten zitiert Heise online einen Sprecher des Unternehmens.

App immer wieder in der Kritik

WhatsApp ist Datenschützern immer wieder ein Dorn im Auge: Erst nach langen Debatten führte der Hersteller Ende 2014 eine Verschlüsselung der Nachrichten ein. Zuvor wurde aufgedeckt, dass die Messenger-App den Onlinestatus eines Nutzers auch dann verrät, wenn dieser diese Funktion ausdrücklich abgeschaltet hat.

mic

Digital Arbeitsgruppe mit Medienmachern - Google investiert Millionen in Journalismus
28.04.2015
30.04.2015