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Digital Sascha Lobo und der Papst
Nachrichten Digital Sascha Lobo und der Papst
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08:30 24.01.2014
Von Imre Grimm
Hält das Internet für kaputt: Sascha Lobo. Quelle: dpa
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Hannover

Gerade hat Internetpapst Sascha Lobo seine Schäflein mit einer längeren Enzyklika zu den Segnungen und Gefahren des Internets aufgeschreckt. „Das Internet ist nicht das, wofür ich es gehalten habe“, schrieb er in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Es zerstöre die Grundlagen einer freien Gesellschaft. „Das Internet ist kaputt.“

Da kommt Zuspruch von einem anderen Papst, der zwar nicht als digitaler Bohemien, wohl aber als Experte für nicht analoge Zwischenwelten gilt: Papst Franziskus (Twittername: @pontifex_de) hält das Internet „für ein Geschenk Gottes mit Risiken“, meldete der Vatikan. Es biete „große Möglichkeiten der Begegnung und Solidarität“, könne aber auch zur „Absonderung von unseren Nächsten führen“. Die Kirche müsse „die Türen zur digitalen Welt öffnen“. Das schreibt Franziskus zum heutigen Fest des heiligen Franz von Sales – des Patrons der Journalisten – in einer lesenswerten Botschaft für den „Welttag der sozialen Kommunikation“. Der ist zwar erst am 1. Juni, aber im Vatikan zählen fünf Monate wie außerhalb fünf Tage. Aber Achtung: „Wenn die Kommunikation dazu dient, zum Konsum zu veranlassen, haben wir es mit einer gewalttätigen Aggression zu tun.“ Die Neutralität der Medien sei „nur scheinbar“. Das entspricht voll dem Lobo-Evangelium.

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Jetzt kann man darüber streiten, ob wirklich Gott oder nicht doch das US-Verteidigungsministerium das Internet geschaffen hat. Oder ob – da Gott als Schöpfer des US-Verteidigungsministeriums auch dessen Werke mitverantwortet – das Netz doch indirekt sein Kind ist. Wenn aber das Internet von Gott stammt: Stehen dann im Himmel Server? Hat Petrus das Passwort? Ist die NSA der Teufel? Und was sagt uns dann Papst Franziskus’ Lieblingsgemälde „Maria Knotenlöserin“? Aber Spott führt uns nicht weiter. Wer ohne Sünde ist, der klicke den ersten Link. Fest steht: Zwei Päpste in Eintracht – das hat es in 2000 Jahren Kirchengeschichte noch nicht gegeben. Und beide haben recht: Kommunikation ist eine menschliche Errungenschaft, keine technologische – das Netz braucht Entschleunigung. Und damit kennen sie sich wirklich aus im Vatikan. Lobo den Herrn!

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