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Kultur Ärger um Konzert von Jonas Kaufmann
Nachrichten Kultur Ärger um Konzert von Jonas Kaufmann
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07:26 18.01.2019
Endlich sagt es mal einer? Jonas Kaufmann – hier in der Bayrischen Staatsoper München. Quelle: Wilfried Hösl/dpa
Hannover

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach Eröffnung der Elbphilharmonie ist in Hamburg neuer Streit um den Konzertsaal entbrannt. Auslöser war ein Auftritt des Startenors Jonas Kaufmann, bei dem Zuhörer den Platz wechselten, weil sie den Sänger nicht hörten, oder „Hier hört man auch nichts“ dazwischenriefen.

Nach seinem Auftritt kritisierte der Künstler, der ursprünglich schon im Eröffnungskonzert der Elbphilharmonie singen sollte, aber damals erkrankt absagte, die Akustik in dem Saal. „Sein Klang hat auch mit der Materialwahl zu tun, die mich am Anfang sehr verstört hat“, sagte Kaufmann dem „Hamburger Abendblatt“. Der von einer sogenannten „weißen Haut“ aus einem extra dafür entwickelten gipshaltigem Werkstoff ummantelte Raum gebe einem beim Singen keine Hilfe, sagt der Tenor. Die „Welt“, die schon beim Eröffnungskonzert die Akustik bemängelt hatte, frohlockte daraufhin: „Endlich sagt es mal einer!“, hieß es in der Zeitung.

Veranstalter des Konzertes war Burkhard Glashoff, der in Hannover auch die Pro-Musica-Konzertreihe organisiert. Für ihn ist die Schlussfolgerung völlig falsch, das Konzert habe Mängel in der Akustik des Saals offenbart. Einige Zuhörer seinen vielmehr ohnehin enttäuscht gewesen, weil sie von dem Startenor ein populäreres Programm erwartet hätten. Gespielt wurde das „Lied von der Erde“ von Gustav Mahler, dessen Gesangspartien sich im Original zwei Sänger teilen. Kaufmann hatte in Hamburg und auf anderen Tourneestationen wie etwa in München alle Stücke gesungen. Auch in den anderen Städten habe es Beschwerden über das Konzert gegeben. „Es war ein künstlerisches Experiment, und dieses Experiment ist nicht ganz aufgegangen“, sagt Glashoff. Es sei nicht geglückt, die richtige Balance zwischen Sänger und Orchester – dem Sinfonieorchester Basel – herzustellen.

Für den Auftritt von Jonas Kaufmann am 17. Februar im hannoverschen Kuppelsaal rechnet Glashoff indes mit keinerlei Schwierigkeiten. „Es ist ein ganz anderes Programm mit klassischen Opernarien statt dieser sehr speziellen Variante des Mahler-Stücks“, sagt er.

Dass in Hamburg nach Kaufmanns Auftritt nun Änderungen an der Akustik des Saals vorgenommen werden, glaubt der Veranstalter nicht. „Dass der Saal sehr gut funktioniert, haben inzwischen Hunderte erfolgreiche Konzerte bewiesen. Zuletzt gab es bei Joshua Bell und der Academy of St Martin in the Fields, die davor im Kuppelsaal gespielt haben, stehende Ovationen.“ Auch Elbphilharmonie-Intendant Christoph Lieben-Seutter sieht keinen Handlungsbedarf: „Wir sind glücklich mit der Akustik“, sagte er in einem Interview mit dieser Zeitung vor dem Konzert. Damals wies er auch darauf hin, dass der Saal ein „Präzisionsinstrument“, das nicht jeder Künstler sofort bedienen könne.

Von Stefan Arndt

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