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Kultur Oper im Maschpark: Das müssen Sie über „Don Giovanni“ wissen
Nachrichten Kultur Oper im Maschpark: Das müssen Sie über „Don Giovanni“ wissen
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01:15 25.08.2018
Zur Hölle: Der Bariton Ildebrando D'Arcangelo als Don Giovanni in einer Produktion der Salzburger festspiele von 2014. Quelle: APAFranz Neumayr/dpa
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Hannover

In der Oper geht es eigentlich immer um die Liebe, aber in „Don Giovanni“ liegen die Dinge doch ein wenig anders. Mozarts italienische Oper, die beim Klassik Open Air im Maschpark gespielt wird, trägt aus gutem Grund den Namen des (Anti-)helden nur als Beititel. Bei der Prager Uraufführung 1787 wurde sie als „Il dissoluto punito ossia Don Giovanni“ angekündigt. Der „bestrafte Wüstling“ steht vor dem neutralen Namen, um deutlich zu machen, wohin es führt, wenn man der Lust freien Lauf lässt. Das Stück erfüllt beispielhaft die Funktion des Theaters als soziales Regulativ: Stellvertretend für die geheimen Wünsche der Zuschauer gibt Don Giovanni den großen Verführer – und erntete damit am Ende Mitleid statt Neid, weil der in der Hölle endet.

Das ist die Handlung von „Don Giovanni“:

1. Akt

Um die Dinge ganz klar zu machen, beginnt das Stück nach der Ouvertüre, die das bittere Ende schon im ersten Akkord ankündigt, nicht mit Sex, sondern mit einem Verbrechen: Der Diener Leporello (Luca Pisaroni) wartet nachts auf seinen Herrn Don Giovanni (Ludovic Tézier), als dieser von Donna Anna (Malin Byström) verfolgt auf die Bühne tritt: Sie wehrt sich gegen seine Annährungsversuche. Ihr alter Vater, der Komtur, tritt hinzu, fordert Giovanni zum Duell und wird von ihm getötet. Donna Anna und ihr Verlobter Don Ottavio (Paolo Fanale) beklagen den Mord und schwören Rache.

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Szenenwechsel: Giovanni entdeckt auf der Straße eine Frau und ist sogleich von ihr angezogen. Zu spät erkennt er, dass es Donna Elvira (Jennifer Holloway) ist, die er einmal bereits sitzengelassen hat. Er flüchtet, und sein Diener Leporello legt der Betrogenen in seiner berühmten Register-Arie da, dass sie nicht die erste ist, die von Giovanni verlasen wurde.

Szenenwechsel: Giovanni gerät in eine Hochzeitsgesellschaft: Der Bauer Masetto (Krzystof Baczyn) will Zerlina (Cassandre Berthon) heiraten, die sofort Giovannis Begehren weckt. Es umgarnt sie und scheint schnell zum Ziel zu kommen: Im Duett „Là ci clarem la mano“ – auf deutsch als „Reich mir die Hand, mein Leben“ bekannt geworden – zeigt sich Zerlina seinem Werben offen. Dann aber tritt Elvira hinzu und warnt sie vor dem Verführer. Auf der Suche nach dem Mörder des Komturs kommen auch Anna und Ottavio dazu. Sie ahnen, dass Don Giovanni der Gesuchte sein könnte. Giovanni singt seine Champagner-Arie und lädt alle zu einem Fest auf sein Schloss ein.

Beim Fest besänftigt Zerlina ihren zukünftigen Gatten Masetto, tanzt aber bald wieder mit Giovanni, während Leporello Masetto von den beiden fernhält. Giovanni drängt Zerlina in ein leeres Zimmer, ihr Hilferuf lockt die anderen herbei. Giovanni versucht wie üblich, die Schuld Leporello in die Schuhe zu schieben, und flieht in der allgemeinen Verwirrung.

Pause

Das sollten sie noch über „Don Giovanni“ wissen:

„Don Giovanni“ kommt beim Klassik-Open-Air in den Maschpark. Ob live dabei, zu Hause, oder unterwegs: Das sollen Sie Sie über Mozarts „Don Giovanni“ wissen.

2. Akt

Zweiter Akt: Leporello muss die Kleidung mit Giovanni tauschen, weil dieser Elviras Dienstmädchen verführen will. Unter ihrem Fenster singt Giovanni ein Werbungslied, danach begegnet er Masetto und verprügelt ihn. Masetto wird von Zerlina getröstet.

Elvira, Anna, Ottavio und das Bauernpaar treffen auf den als Giovanni verkleideten Leporello. Sie erkennen, dass er nicht der gesuchte Mörder ist, verprügeln Leporello aber trotzdem.

Don Giovanni und Leporello treffen sich auf einem Friedhof und tauschen ihre Kleider zurück. Sie erkennen im Dunkel eine steinerne Statue des ermordeten Komturs. Giovanni befiehlt Leporello, die Statue zum Abendessen einzuladen. Die Statue nimmt die Einladung an.

Giovanni tafelt in seinem Schloss. Elvira kommt und will ihm eine letzte Chance geben, doch Giovanni verlacht sie. Die Statue des Komturs betritt den Saal. Er fordert Giovanni auf, zu bereuen, was dieser ablehnt. Giovanni wird von der Erde verschlungen.

Die übrigen kommen mit Landsknechten, um Giovanni festzunehmen. Als sie sehen, dass er bestraft ist, planen sie beruhigt ihr restliches Leben.

Von Stefan Arndt