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Kultur Bachchor und Bachorchester begeistern in Hannover
Nachrichten Kultur Bachchor und Bachorchester begeistern in Hannover
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15:38 23.12.2018
Klangvoller Höhepunkt – das „Weihnachtsoratorium" von Johann Sebastian Bach mit dem Bachchor unter der Leitung von Jörg Straube in der Marktkirche. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Mehr als Tradition, nämlich ein alljährlicher glanzvoller musikalischer Höhepunkt vor dem Weihnachtsfest – das sind die Aufführungen von Bachs Weihnachtsoratorium in der Marktkirche. In diesem Jahr waren alle sechs Kantaten an den drei Abenden zu hören, aber nicht jeweils alle, sondern drei unterschiedliche Kombinationen von vier Kantaten. Das lässt vor allem Raum für die Nummern vier bis sechs, die manchmal, zu unrecht, ein wenig hinter der Dominanz der Kantaten eins bis drei zurückstehen.

Am ersten Abend standen nun die Nummern eins bis vier auf dem Programm. Es versteht sich von selbst, dass die erste nicht fehlen durfte. Nicht nur, dass sie wohl zum Freudestrahlendsten gehört, was Bach je komponiert hat, sie versinnbildlicht mit am stärksten die weihnachtliche Freude, anfangend mit dem glanzvollen Eingangschor. Hier wie in der gesamten Aufführung zeigte sich der Bachchor Hannover unter Jörg Straubes Leitung von der gewohnten und verässlichen Güte, längst singen die Chormitglieder das Weihnachtsoratorium auswendig und sind mit und an dieser Aufgabe souverän gereift. Nichts weniger lässt sich über die Begleitung durch die Mitglieder des Bach-Orchesters sagen, die gemeinsam wie auch in den vielen Solo-Passagen, hauptsächlich in der Begleitung der Arien, zu überzeugen wussten.

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Herausragende Solisten

Aus dem Solistenquartett ragte Bariton Samuel Hasselhorn heraus, der mit seiner warmen und glanzvollen Stimme nicht nur der Arie „Großer Herr, o starker König“ Pracht und Statur verlieh. Zu den Höhepunkten der Kantaten eins bis drei zählen zweifelsohne die drei Alt-Arien. Petra Mauersberger sang sie mit schlankem Ton und sehr verinnerlichtem Ausdruck, was der eindrucksvollen Schlichtheit der Stücke sehr entgegenkam. Als kurzfristiger Einspringer kam der Tenor Joscha Eggers dazu, der die Evangelistenerzählungen mit hellem, klarem Ton und guter Textverständlichkeit formte. Für den Sopran gibt es in den ersten drei Kantaten nicht so viel zu tun. Umso mehr nutzte Sophia Körber die Gelegenheit, um schließlich in der vierten Kantate in der herausragenden Arie „Flößt, mein Heiland“ mit der feinen, silbrigen Farbe ihrer Stimme einen besonders bleibenden Akzent zu setzen.

Alle Jahre wieder – das Weihnachtsoratorium. Doch von Routine war keine Spur, im Gegenteil. Viel Beifall in der so gut wie voll besetzten Marktkirche.

Von Christian Schütte

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