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Kultur Bettina Wulff befragt Bernhard Schlink
Nachrichten Kultur Bettina Wulff befragt Bernhard Schlink
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23:24 20.11.2018
Wal-Veranstaltung mit Bernhard Schlink, Bettina Wulff und Pastor Heino Masemann. Quelle: Rainer-Droese
Hannover

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Der Schriftsteller Bernhard Schlink („Der Vorleeser“) ist in einem sehr kirchlich geprägten Umfeld aufgewachsen; der Vater war Theologe (Edmund Schlink hat eine nicht unwichtige ökumenische Dogmatik verfasst), die Mutter hat Theologie studiert und eine Tante hat einen Orden gegründet. Insofern ist die Frage an Bernhard Schlink, wie er es denn mit den Glauben halte, recht naheliegend. Seine Antwort überrascht: „Ich glaube mehr an die Kirche als an Gott“. Die „Gemeinschaft der Menschen, die guten Willens sind“ sei ihm wichtig, und ab und zu halte er auch mal eine Predigt. Aber Gott? Dazu sagte er nur: „Gott gehörte in gewisser Weise zur Familie wie Onkel Heini.“

Die Glaubensfrage kam von den Zuhörern im Expo-Wal. Dort hatte jetzt eine neue Veranstaltungsreihe Premiere: der „Expowal-Salon“. Pastor Heino Masemann und Bettina Wulff, die ehemalige First Lady, sprechen mit Künstlern über deren Werke und auch ein bisschen über Gott. Die Zuschauer durften die Fragen auf Zettel schreiben. In der Pause wurden einige Fragen ausgewählt und dann dem Gast gestellt. Erstaunlich, dass solch ein Verfahren die Anwesenheit von gleich zwei Moderatoren erfordert.

Weil der Expo-Salon die Begegnung ins Zentrum stellt, waren zur ersten Ausgabe gleich zwei Künstler eingeladen: neben Bernhard Schlink auch der Gitarrist Wolfgang Stute, der den Schriftsteller mit eigenen Kompositionen auf der Gitarre begleitete: sehr melodisch, sehr liedhaft, sehr gekonnt. Bernhard Schlink las aus seinem neuen Roman „Olga“, der Geschichte einer Frau und einer großen Liebe. Schlink hat eine angenehme Vorlesestimme. Es macht Spaß, ihm zuzuhören, sich von ihm durch die Zeiten (von der Kaiserzeit bis in die fünfziger Jahre) führen zu lassen.

Dass während des leisen Gitarrenspiels von Wolfgang Stute eine Etage tiefer mit großem Geklapper die Gläser abgeräumt wurden, ist wohl nur eine Kinderkrankheit dieser neuen Reihe – die vielleicht ganz spannend werden könnte. Vor allem, wenn es den Machern tatsächlich gelingen sollte, die Gäste in den Walbauch zu lotsen, die sie haben wollen. Pastor Heino Masemann sprach von Hape Kerkeling, Udo Lindenberg und Sibel Kekilli.

Von Ronald Meyer-Arlt

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